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Wenn Qualität zum Maßstab wird

Firma Steuernagel & Lampert freut sich über den „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“

„Entscheidend ist immer die Qualität“, sagt Malermeister Heinz Held (69). Der Seniorchef der Steuernagel & Lampert GmbH & Co. KG aus dem südhessischen Groß-Bieberau weiß, „dass ein Handwerksunternehmen neben serviceorientiertem Auftreten immer nach der Güte der handwerklichen Leistung beurteilt wird: „In diesem Bemühen, Qualitätsarbeit zu liefern, dürfen wir nie nachlassen.“ Juniorchef Jörg Held (38) sieht das genauso und setzt die Philosophie des Vaters eindrucksvoll fort.

Ende vorigen Jahres erst konnte er sich über den „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ (Fachbereich Stuckateur) freuen. Mit Jörg Held hat sich das Leistungsspektrum des Betriebes nochmals erweitert: „Mittlerweile bieten wir in unserer Branche alles“, freut sich Heinz Held, der seit 46 Jahren für die Firma tätig ist. Das Repertoire des 67 Jahre alten Traditionsunternehmens, für das über 60 Mitarbeiter aktiv sind, reicht von der Denkmalpflege über hochwertige Vergoldearbeiten, Putz, Stuck, Trockenbau und klassische Malerarbeiten bis hin zu energiesparender Wärmedämmung. Diese Bandbreite sei ein riesiger Vorteil, denn etwa bei Kirchenrenovierungen gingen Auftraggeber am liebsten auf Firmen zu, die nicht nur klassische Arbeiten ausführen, sondern auch Hochkarätiges realisieren.

Dafür hat Jörg Held nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer bei einem Darmstädter Traditionsunternehmen zahlreiche Weiterbildungsmaßnahmen belegt, die Meister- und Technikerschule in München abgeschlossen und anschließend noch eine Ausbildung zum Vergoldermeister vorzuweisen. Unter den aktuell zehn Azubis befinden sich mittlerweile neben Malern und Trockenbauern auch Kirchenmaler und Vergolder. Seit diesem Jahr kann man in dem Betrieb auch ein duales Studium absolvieren und Bauingenieurwesen mit der Ausbildung zum Maler und Lackierer verknüpfen.

Einfach wirtschaftlicher

Auch was die Produkte betrifft, setzt das Unternehmen auf Qualität. „Eine hochwertige Handwerksleistung erfordert hochwertige Materialien“, weiß Heinz Held. Zumal das „für uns auf Dauer auch kostengünstiger ist. Wir sind effektiver damit, haben keine Probleme mit Nachbesserungen“, ergänzt Jörg Held. Es sei ein weitverbreiteter Irrtum, dass die preislich billigste Farbe im Endeffekt auch am günstigsten ist. Baustellenversuche, in denen zum Beispiel eine Premium-Innenfarbe (Indeko-plus) mit einer herkömmlichen Marken-DIN-Farbe verglichen wurde, haben belegt, dass die Maler mit der Premium-Innenfarbe rund 24 Prozent mehr Fläche beschichten konnten – und das bei identischen Gesamtkosten der relevanten Faktoren Rüst- und Arbeitszeit. Zudem erwies sich die Premium-Innenfarbe bei einem besseren Deckvermögen als deutlich ergiebiger. Durch die besondere Rezeptur geht die Premium-Innenfarbe flutschiger von der Rolle. Dazu lässt sie sich besser verstreichen und verteilen. Die höhere Fluidität ist ein Plus, das sich deutlich rechnet.

Gern erzählt Jörg Held die Geschichte eines renommierten Darmstädter Unternehmens, das zwischenzeitlich den Malerbetrieb wechselte, weil der Wettbewerber günstiger anbot: „Die günstigere Firma hat aber auch mit günstigeren Produkten gearbeitet. Im Jahr darauf waren wir dort wieder fest im Sattel, weil die andere Firma nicht in der Lage war, Wandflächen nur in Teilbereichen auszubessern, was der Kunde von uns gewohnt war.“ Die andere Firma besserte die Wandflächen stets im Ganzen aus, und das war auf Dauer für den Auftraggeber teurer.

Malermeister Uwe Böhme von der Firma Steuernagel & Lampert schätzt die hohe Deckkraft und gute Verarbeitbarkeit der hochwertigen Innenfarbe.

30 Jahre Indeko-plus

Das Produkt, mit dem Held seinen Kunden zurückgewann, heißt Indeko-plus. Die erste emissionsminimierte und lösemittelfreie (E.L.F.) Innenfarbe im Markt feiert in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum. „Das absolute Plus der Farbe ist: Man konnte schon immer in der Fläche ausbessern, ohne dass man es gesehen hat“, so Heinz Held. Positiv seien neben der hervorragenden Deckkraft und Verarbeitbarkeit zudem die längere Haltbarkeit, die damit verbundenen größeren Renovierungsintervalle sowie die Sicherheit bei der Verarbeitung: „Da Indeko-plus unsere Standardfarbe für den Innenbereich ist, wissen wir bei Folgeaufträgen immer, welcher Untergrund vorliegt. Darauf kann man weiter arbeiten, ohne sich groß Gedanken machen zu müssen.“

Schon beim ersten Anstrich war Heinz Held klar, dass es sich hier um „einen Mercedes unter den Farben“ handelt: „Reklamationsfälle sind mir in den 30 Jahren keine bekannt. Klar, dass auch seine Kunden das Produkt immer wieder gerne möchten. Kunden, bei denen wir gearbeitet haben und die dann privat selber mal streichen wollen, erinnern sich an den grünen Eimer und holen sich sogar die Farbe bei uns.“ Dass sie emissionsminimiert und lösemittelfrei ist, sei vor 30 Jahren noch kein so großes Verkaufsargument gewesen, erinnert sich Heinz Held. Das habe sich „kolossal geändert“. Das Gesundheits- und Umweltbewusstsein der Öffentlichkeit sei stark gestiegen.

Gute Auftragslage im Handwerk

Die aktuelle Auftragslage im Malerhandwerk schätzen Heinz und Jörg Held generell als gut ein. Allerdings gebe es seit Jahren das Problem, „dass wir zwar sehr gute Handwerker haben, im Herausstellen der eigenen Leistungsfähigkeit und im Marketing hingegen noch Defizite herrschen: Es ist viel Arbeit da, und trotzdem gehen die Preise in den Keller“, konstatiert Heinz Held, was ihn nicht davon abhält, am Erfolgsrezept festzuhalten: „Wir werden unseren Weg fortsetzen und durch Qualitätsarbeit überzeugen.“

Malermeister Heinz Held, der viele Jahre im Vorstand der Innung und des Landesinnungsverbandes tätig war und seit über 15 Jahren Fachgruppenleiter Putz Stuck Trockenbau im Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz ist, verweist in diesem Zusammenhang auch auf die hohe Bedeutung der Innungsarbeit. Hier gehe es nicht zuletzt darum, das Angebot für die Betriebe noch attraktiver zu machen. „Im Sinne der Qualität müssen wir schauen, dass wir uns abheben von der breiten Masse, die nicht in der Innung ist. Wenn wir unseren Innungsbetrieben nichts Besonderes bieten, ist eine Mitgliedschaft schwer zu vermitteln.“ Daher sei jeder einzelne gefordert, auch in der Innung seinen Beitrag zu leisten, nicht nur zahlenmäßig, sondern auch durch Engagement: „Dann wird die Innung auch künftig der Hauptmast sein, der gerade in schwierigen Zeiten Halt bietet.“