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Darßer Haustüren

Von alter Handwerkskunst, Ornamenten und starker Farbe

Prerow, Born und Wieck auf der Halbinsel Darß an der Ostsee sind nicht nur geprägt von einer typischen Architektur mit tradierten Materialien, sondern weisen auch noch eine Besonderheit auf: viele farbenfrohe und liebevoll gestaltete Haustüren bereichern das Ortsbild. Früher einfarbig, heute oft knallig bunt bemalt, fast immer wunderschön mit geschnitzten Ornamenten verziert, rufen diese Türen allgemeine Bewunderung hervor und heißen Gäste fröhlich willkommen.

Mit Beginn der Seefahrt und dem daraus folgenden wirtschaftlichen Boom Ende des 18. Jahrhunderts entstehen die ersten geschmückten Türen mit Motiven wie Ankern, Blitzschutzsymbolen, Blüten und Blättern, Fächern, Mäandern, Rosetten und Palmetten, Initialen und vielen weiteren bedeutungsvollen Ornamenten. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts korreliert ein ausgefeiltes Konstruktionsprinzip mit Glasfüllungen und aufwendigen Sprossen in den Türblättern. Typisch werden dann auch Elemente wie Delphine, Krabben, Papyrusbündel, Pinienzapfen und Spitzbögen.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts herrschen einfarbig lackierte Türen in dunklen Farbnuancen vor: Englischrot, Grün, Blaugrün, Dunkelgrau bis Anthrazit, analog zum Schiffbau. Die klassizistischen Ornamente erleben ab 1930 eine Renaissance, bei der nun eine Vielfarbigkeit mit plakativen Farbtönen einhergeht. Seit 1990 werden moderne, industriell gefertigte Türen oft mit Reliefs versehen, die keiner Tradition mehr entspringen: Leuchttürme, Möwen und Windflüchter. Nun geht die Tendenz wieder verstärkt zu von Hand geschnitzten Ornamenten nach historisch-traditionellen Vorlagen, die zum Teil auch auf vorgefertigte Türelemente aufgebracht werden.

Unverzichtbar für das typische Darßer Haus scheint heute in jedem Fall ein farbstarker Anstrich der Hauseingangstür zu sein!

Viele coole Farbtöne sind in den Farbfächern Caparol LackChamp und 3D-System PLUS zu finden: