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Ein Wandbild gegen Kulturabbau

Farbe und Fachleute für ein Studentenprojekt in Dessau – sponsored by Caparol

Das Wandbild in der Johannisstraße soll zur Diskussion und zum Nachdenken anregen. Der Blick des Jungen ist intensiv, ein Eindruck, der sich durch die starke Brille noch verstärkt. Lesend ist er längst nicht mehr in dieser Welt, sondern hat sich weit von dieser entfernt, in eine Welt, die eben nur dem Leser zugänglich ist.

Acht, neun Meter misst das von Gelb- und Grüntönen dominierte Wandbild auf der Giebelwand des Geschäfts von Optiker Heidenreich. Es ist eine Semesterarbeit der Design-Studentin Arlett Streich, mit der sie am Projekt „Kultur findet Stadt“ ihrer Professorin Lisa M. Stybor teilgenommen hat.

Die Professorin entwarf im vergangenen Jahr mit den Studierenden verschiedene Wandbilder, die alle eins zum Ziel haben: auf die drohende Kürzung der Zuschüsse für das Anhaltische Theater in Dessau sowie für Bibliotheken, Museen, Freibäder und Sportvereine hinzuweisen. Für dieses Projekt bat Stybor im April 2010 um Unterstützung bei der Caparol-Firmengruppe. Die bekam sie auch prompt – in Form von rund 75 Litern Muresko-Fassadenfarbe und in Gestalt zweier tatkräftiger Mitarbeiter: Beate Ripka aus dem Caparol-FarbDesignStudio in Ober-Ramstadt und Praktikant Johannes Eulberg reisten im Mai für mehrere Tage nach Dessau-Roßlau und halfen vor Ort der kleinen Gruppe aus etwa acht bis zehn Studentinnen und Studenten und Professorin Stybor, das Bild des Jungen mit dem verschwundenen Buch an die zwölf Meter hohe unbehandelte Betonfassade zu bringen. Des Weiteren konnte die Gerüstbaufirma Kuhn und der Malerbetrieb Schoenau für dieses Projekt als Sponsor gewonnen werden.

Die eigentliche Realisierung des Entwurfs ging dann mit zwei Tagen recht flott: Die Studenten übertrugen die Pause auf die Hausfassade. Dann ging’s ans Ausmalen: Beate Ripka hatte zuvor mit dem zuständigen Caparol-Außendienstmitarbeiter vor Ort, Torsten Walther, die Farbe bei einem Großhändler besorgt und die verschiedenen Farbtöne an der Tönmaschine abgemischt. Der Malerbetrieb Schönau aus Dessau stellte Pinsel und Eimer zur Verfügung und schickte einen seiner Mitarbeiter zur Unterstützung mit aufs Gerüst, so dass mit Ripka und Eulberg drei Experten die Studenten unterstützen. „Fachkräfte, ohne die wir wahrscheinlich jetzt immer noch am Malern wären“, wie Stybor in ihrer Rede bei der Abschlussfeier des Projekts sagte.

Die Planung und Umsetzung wurde ein voller Erfolg für alle Beteiligten und macht deutlich, dass sich der Einsatz für Kunst und Kultur immer wieder lohnt.

Link zum Stop-Motion Film:
m.youtube.com/watch