Histolith Trass-Sanierputz

Sanierputzsystem nach WTA mit Suevit-Trass

Verwendungszweck

Das Histolith® Trass-Sanierputzsystem ist geeignet zum Verputz von feuchte- und salzbelastetem Mauerwerk, für außen und innen. Auf­grund des großen Porenvolumens werden bauschädliche Salze eingelagert. Auf diese Weise läßt sich auf feuchtem Mauerwerk eine ausblühfreie und trockene Oberfläche erzielen, wenn das Klima der Umgebung eine Austrocknung zuläßt.

Anwendungsgrenzen:
Das Histolith® Trass-Sanierputzsystem ist nicht geeignet zur Abdich­­tung erdberührter Bauteile gegen Druck-, Stauwasser und Boden­feuchtigkeit. In diesen Fällen sind zuvor geeignete abdichtende Maßnahmen durchzuführen. Dies gilt auch bei sehr starker Mauerwerksdurchfeuchtung durch aufsteigende Feuchte. Im Sockelbereich darf kein direkter Kontakt mit Erdreich oder Belägen entstehen.

Das Histolith® Trass-Sanierputzsystem kann keine Schäden verhindern, die durch Tauwasser entstehen.


Systembestandteile:

  • Histolith® Trass-Vorspritzputz:
    Vorspritzputz als Haftbrücke auf Mauerwerk
  • Histolith® Trass-Porengrundputz:
    Grund-/Salzspeicherputz, Ausgleichs­putz bei stark unebenem Mauerwerk
  • Histolith® Trass-Sanierputz:
    Sanierputz zur Erzeugung trockener Oberflächen
  • Histolith® Feinputz:
    Glättspachtel zur Erzeugung filzbarer Oberflächen

Systemaufbau:
Aufbau und Schichtdicke des Histolith® Trass-Sanierputzsystems richten sich nach dem Versalzungsgrad des Mauerwerkes.
Systemaufbau Schichtdicken/mm
gering bis mittel 1. Histolith® Trass-Vorspritzputz
2. Histolith® Trass-Sanierputz
3. Histolith® Trass-Sanierputz
2–4
> 10
> 10
hoch 1. Histolith® Trass-Vorspritzputz
2. Histolith® Trass-Porengrundputz
3. Histolith® Trass-Sanierputz
2–4
> 10
> 15
Auf beide Systemaufbauten kann zusätzlich Histolith® Feinputz auf­getragen werden. Bei einer Gesamtputzdicke von mehr als 30 mm ist als Grundputz zum Ausgleich des Mauerwerks stets Histolith® Trass-Porengrund­putz zu verwenden.

Versalzungsgrad:
Der Versalzungsgrad des Untergrundes ist im WTA-Merkblatt 2-9-04/D definiert.

gering mittel hoch
Sulfatsalze < 0,5 % 0,5–1,5 % > 1,5 %
Chloridsalze < 0,2 % 0,2–0,5 % > 0,5 %
Nitratsalze < 0,1 % 0,1–0,3 % > 0,3 %

Eigenschaften

Das Histolith® Trass-Sanierputzsystem enthält mineralische Binde­mittel nach DIN EN 197-1 (Zement, Suevit-Trass) und DIN EN 459-1 (Kalk) sowie mineralische Zuschläge nach DIN EN 13139. Die Anforde­run­gen des WTA-Merkblattes 2-9-04/D werden erfüllt.

Verpackung/Gebindegrößen

  • Histolith® Trass-Vorspritzputz, Histolith® Trass-Porengrundputz, Histolith® Trass-Sanierputz:
    30 kg Sack
  • Histolith® Feinputz:
    25 kg Sack

Lagerung

Histolith Trass-Sanierputz: trocken mind. 6 Monate ab Herstelldatum, 6 Monate chromatarm.

Histolith Trass-Vorspritzputz, Histolith Trass-Porengrundputz, Histolith Feinputz: trocken mind. 9 Monate ab Herstelldatum, 9 Monate chromatarm.

Technische Daten

Histolith® Trass-Vorspritz­putz Histolith® Trass-Poren­grund­putz Histolith® Trass-Sanier­putz Histolith® Feinputz
Druckfestigkeit/N/mm2 ca. 10,0 ca. 3,5 ca. 2,5 ca. 1,5
Wasserdampf-Diffusions-widerstands­zahl µ 7,8 8,9 8,5
Wassereindrin­gung/mm > 5 > 5 < 5
Maximale Korngröße/mm 2,0 1,3 1,3 0,5
Farbton Grau Grau Grau Altweiß

Angabe nicht möglich wegen halbdeckender Verarbeitung.

Eignung gemäß Technischer Information Nr. 606 Definition der Einsatzbereiche

innen 1 innen 2 innen 3 außen 1 außen 2
+ + + + +
(–) nicht geeignet / (○) bedingt geeignet / (+) geeignet

Geeignete Untergründe

Das Histolith® Trass-Sanierputzsystem ist geeignet für Mauerwerk nach DIN 1053.

Untergrundvorbereitung

Schadhafter Putz muß mindestens 80 cm über erkennbaren Schadensrand entfernt werden. Schadhafte Mauerwerksfugen müssen mindestens 20 mm tief ausgekratzt werden. Das Mauerwerk ist gründlich zu reinigen. Stark saugendes Mauerwerk ist vorzunässen (matt feucht).

Materialzubereitung

Histolith®
Trass-Vorspritzputz
Histolith®
Trass-
Porengrundputz
Histolith®
Trass-
Sanierputz
Histolith®
Feinputz
Wasserbedarf je Sack 7,0 6,5 6,5 6,5
Verarbeitungszeit bei 20 °C, 65 %
RF/Minuten
120 120 120 120

Histolith® Trass-Vorspritzputz:
Material von Hand anrühren.

Histolith® Trass-Porengrundputz und Histolith® Trass-Sanierputz:
Material von Hand oder auch mit der Putzmaschine verarbeiten. Bei manuellem Ansetzen das Material mit einem Rührwendel mit 16er Korb knollenfrei anrühren, anschließend das angeteigte Material ca. 5 Minuten reifen lassen und nochmals kurz durchrühren, Konsistenz ggf. mit Wasser nachstellen.

Histolith® Feinputz:
Material von Hand oder auch mit der Putzmaschine verarbeiten. Bei manuellem Ansetzen das Material mit einem Rührwendel mit 16er Korb knollenfrei anrühren.

Auftragsverfahren

Auftrag des Materials:

Histolith® Trass-Vorspritzputz:
Material mit der Herzkelle in ca. 1–2 Kornstärken warzenförmig mit ca. 50-prozentiger Deckung anwerfen. Die Fugen dürfen nicht mit Spritzbewurf verfüllt werden.

Histolith® Trass-Porengrundputz:
Material von Hand oder mit der Maschine auftragen. Alle Mauerwerksfugen müssen geschlossen werden. Anschließend mit dem Richtscheit/Alulatte abziehen. Die frische Oberfläche mit einer Zahnkelle oder mit einem Putzkamm waagerecht aufkämmen, alternativ nach dem Ansteifen mit dem Gitterrabbot aufrauhen, nicht verdichten oder filzen.

Histolith® Trass-Sanierputz:
Material von Hand oder mit der Maschine auftragen und mit dem Richtscheit/Alulatte abziehen. Die Oberfläche nach dem Ansteifen mit dem Gitterrabbot aufrauhen, nicht verdichten oder filzen.

Histolith® Feinputz:
Material mit der Traufel gleichmäßig und ansatzfrei aufziehen und nach dem Ansteifen filzen.

Beschichtungsaufbau

Für die Beschichtung sind nur hoch wasserdampfdurchlässige Beschichtungsstoffe geeignet. Empfohlen werden Histolith®/Sylitol Dispersionssilikatfarben, AmphiSilan/ThermoSan Siliconharzfarbe oder vorzugsweise im Innenbereich Histolith® Kalkfarbe. Ein vorheriges Fluatieren mit Histolith® Fluat ist bei farbigen Beschichtungen anzuwenden.

Verbrauch

Histolith®
Trass-
Vorspritzputz
Histolith®
Trass-
Porengrundputz
Histolith®
Trass-
Sanierputz
Histolith®
Feinputz
ca. kg Verbrauch pro m2 5,0
ca. kg Verbrauch pro
m²/mm Schichtdicke
1,1 1,1 1,5

Bei netzartigem Auftrag mit 50-prozentiger Bedeckung des Untergrundes. Bei den Verbrauchsangaben handelt es sich um Durchschnittswerte. Exakte Werte sind durch Arbeitsproben am jeweiligen Objekt zu ermitteln.

Verarbeitungsbedingungen

Verarbeitungstemperatur:
Temperatur bei der Verarbeitung für Umluft und Untergrund > +5 °C.
Nicht bei direkter Sonneneinstrahlung, Regen oder starkem Wind verarbeiten oder die Flächen entsprechend schützen.

Trocknung/Trockenzeit

Während der Trockenzeit sind die behandelten Flächen vor raschem Austrocknen zu schützen. In geschlossenen Räumen ist durch Belüftung oder Entfeuchtung für eine entsprechend schnelle Austrocknung zu sorgen.

Folgende Trockenzeiten sind vor Auftrag der nächsten Putzschicht einzuhalten:


Histolith® Trass-Vorspritzputz: mind. 1 Tag, bis zur Helltrocknung

Histolith® Trass-Porengrundputz: 1 Tag pro 1 mm Schichtdicke

Histolith® Trass-Sanierputz:

- bei zweilagigem Auftrag von Histolith Trass-Sanierputz die erste Lage mind. 1 Tag, max. 4 Tage; die zweite Lage mind. 3 Tage, max. 7 Tage

- bei einlagigem Auftrag auf Histolith Trass-Porengrundputz  mind. 3 Tage, max. 7 Tage

Histolith® Feinputz: nach 7 Tagen überstreichbar

Werkzeugreinigung

Sofort nach Gebrauch mit Wasser.

Hinweis

Hinweise zur Maschinenverarbeitung von Histolith® Trass-Porengrundputz und Histolith® Trass-Sanierputz:
Geeignet sind gängige Putzmaschinen (z.B. m-tec, PFT G4). Ein Nachmischer muß angeschlossen sein, damit das erforderliche Porenvolumen entstehen kann.
Schlauchlänge: max. 25 m
Schlauchdurchmesser: mind. 25 mm
Am Pumpenabgang immer mit Mörtelschlauch NW 35 beginnen.

Gefahrenhinweise/Sicherheitsratschläge (Stand bei Drucklegung)

Histolith® Trass-Vorspritzputz, Histolith® Trass-Porengrundputz und Histolith® Trass-Sanierputz:

Verursacht Hautreizungen. Verursacht schwere Augenschäden. Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. Einatmen von Staub vermeiden. Nach Gebrauch Haut gründlich waschen. Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen. Schutzhandschuhe tragen. BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. Bei Hautreizung oder -ausschlag: Ärztlichen Rat einholen/ ärztliche Hilfe hinzuziehen. Kontaminierte Kleidung ausziehen und vor erneutem Tragen waschen.

Histolith® Feinputz:
Verursacht schwere Augenschäden. Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. Einatmen von Staub vermeiden. Nach Gebrauch Haut gründlich waschen. Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen. Schutzhandschuhe tragen. BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. Bei Hautreizung oder -ausschlag: Ärztlichen Rat einholen/ ärztliche Hilfe hinzuziehen. Kontaminierte Kleidung ausziehen und vor erneutem Tragen waschen.

Bitte beachten (Stand bei Drucklegung)

DIN 18 550, VOB Teil C DIN 18 350 und WTA-Merkblatt 2-9-04/D beachten.
Auf dem Histolith® Sanierputzsystem dürfen keine dichten Beläge wie z. B. Fliesen, Isoliertapeten etc. aufgebracht werden.

Histolith® Feinputz muß im Außenbereich mit Farbbeschichtung ausgeführt werden.
Histolith® Feinputz ist nicht als Sockelputz geeignet. Soll an Sockelflächen eine gefilzte Oberfläche erzeugt werden, so kann alternativ als Oberputz Histolith®  Renovierspachtel verwendet werden. 

Entsorgung

Nur restentleerten Sack (rieselfrei) zum Recycling geben. Ausge­härtete Materialreste als gemischte Bau- und Abbruchabfälle entsorgen.

Giscode

ZP 1

Nähere Angaben

Siehe Sicherheitsdatenblätter.

Technische Beratung

Alle in der Praxis vorkommenden Untergründe und deren Vorbereitung können in dieser Druckschrift nicht abgehandelt werden.
Sollen Untergründe bearbeitet werden, die hier nicht aufgeführt sind, ist es erforderlich, mit uns oder mit unseren Außendienst­mitarbeitern Rücksprache zu halten. Wir sind gerne bereit, Sie objektbezogen zu beraten.

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