Disboxid 472 AS-Deckschicht

Pigmentierte, ableitfähige, selbstverlaufende 2K-Epoxidharz-Deckbeschichtung. Für mechanisch hoch beanspruchte Böden.

Verwendungszweck

Für innenliegende mineralische Bodenflächen mit hoher mechanischer Beanspruchung auf denen Erdableitwiderstände RE kleiner 106 Ohm gem. DIN EN 61 340-4-1 und DIN EN 1081 und DIN IEC 61 340-5-1 vorgeschrieben sind, wie z. B.: Räume, in denen explosionsgefährdete Stoffe produziert und gelagert werden, Werkhallen der Halbleiterindustrie, Laboratorien und medizinisch genutzte Räume mit elektronischen Geräten, Flugzeugwartungshallen, Räume mit elektronisch gesteuerten Flurförderfahrzeugen.
Durch die emissionsminimierte, TÜV schadstoffgeprüfte und -überwachte Formulierung besonders geeignet für alle "sensiblen" Bereiche wie Aufenthaltsräume, Krankenhäuser usw.

Eigenschaften

  • gut chemikalienbeständig
  • für starke mechanische Beanspruchung

Geprüft nach dem AgBB-Prüfkriterien für VOC-Emissionen aus innenraumrelevanten Bauprodukten. Das Bewertungsschema des AgBB (Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten) wurde von den Umwelt- und Gesundheitsbehörden für die Verwendung von Baumaterialien in sensiblen Bereichen wie z.B. Aufenthaltsrümen abgeleitet.

Materialbasis

Leitfähiges 2K-Epoxid­harz, total solid nach Deutscher Bauchemie.

Verpackung/Gebindegrößen

30 kg Gebinde (Masse: 24 kg Blechhobbock, Härter: 6 kg Blecheimer)

Farbtöne

Kieselgrau, Steingrau
Sonderfarbtöne auf Anfrage.

Exclusive Farbgestaltung durch die Farb­töne der FloorColor-Kollektion möglich.
Hinweis: Bedingt durch die Zugabe von leitfähigen Kohlenstofffasern kann es insbesondere bei Sonderfarbtönen zu einer optischen Beeinträchtigung des Farbtons kommen.
Farbtonveränderungen und Kreidungs­er­scheinungen bei UV- und Witterungsein­flüssen möglich. Organische Farbstoffe (z.B. in Kaffee, Rotwein oder Blättern) so­wie verschiedene Chemikalien
(z.B. Des­in­fektionsmittel, Säuren u.a.) können zu Farbtonveränderungen führen.
Schleifen­de Beanspruchungen können zum Verkrat­zen der Oberfläche führen. Die Funktions­fähig­keit wird dadurch nicht beeinflußt.

Lagerung

Kühl, trocken, frostfrei
Originalverschlos­se­nes Gebinde mindestens 2 Jahre lagerstabil. Bei tieferen Temperaturen den Werk­stoff vor der Verarbeitung bei ca. 20 °C la­gern.

Technische Daten

  • Erdableitwiderstand < 106 Ohm gemäß DIN EN 61340-4-1 bzw. DIN EN 1081

Dichte

ca. 1,5 g/m3

Trockenschichtdicke

ca. 65 µm/100 g/m²

Abrieb nach Taber (CS 10/1000 U/1000 g)

ca. 50 mg/30 cm2

Pendelhärte nach König

ca. 150 s

Shore-Härte (A/D)

ca. D 80

Druckfestigkeit

> 60 N/mm2

Chemikalienbeständigkeit

Chemikalienbeständigkeitstabelle in Anlehnung an DIN EN ISO 2812-3:2007 bei 20 °C
7 Tage
Essigsäure 5%ig + (V)
Essigsäure 10%ig + (V)
Salzsäure 10%ig + (V)
Salzsäure 30-32%ig + (V)
Schwefelsäure ≤10%ig + (V)
Schwefelsäure 20%ig + (V)
Zitronensäure 10%ig +
Ammoniak 25%ig (Salmiakg.) +
Calciumhydroxid +
Kalilauge 50%ig +
Natronlauge 50%ig +
Eisen III Chloridlsg., gesättigt + (V)
Lysoformlsg. 2%ig + (V)
Magnesiumchloridlsg. 35%ig +
Dest. Wasser +
Kochsalzlsg., gesättigt +
Testbenzin (Terpentin-Ersatz) +
Waschbenzin +
Xylol + (V)
Ethanol + (V)
Benzin DIN 51 600 + (V)
Superbenzin + (V)
Kerosin + (V)
Heiz- und Dieselkraftstoff +
Motorenöl +
Coca-Cola + (V)
Kaffee + (V)
Rotwein + (V)
Skydrol (Hydraulikfl.) +
Trafo-Kühlflüssigkeiten +
Zeichenerklärung: + = beständig, (V) = Verfärbung
* Entspricht den Bau- und Prüfgrundsätzen für den Gewässerschutz des DIBt.

Geeignete Untergründe

Alle mineralischen Untergründe im Innenbereich.
Der Untergrund muß tragfähig, formstabil, fest, frei von losen Teilen, Staub, Ölen, Fetten, Gummiabrieb und sonstig trennend wirkenden Substanzen sein. Zementöse, kunststoffvergütete Ausgleichsmassen sind auf ihre Beschichtungsfähigkeit hin zu überprüfen, ggf. sind Probeflächen anzulegen. Die Oberflächenzugfestigleit des Untergrundes muß im Mittel 1,5 N/mm² betragen. Der kleinste Einzelwert darf 1,0 N/mm² nicht unterschreiten.

Die Untergründe müssen ihre Ausgleichfeuchte erreicht haben:
Beton und Zementestrich: max. 4 Gew.-%
Anhydritestrich: max. 0,5 Gew.-%
Magnesitestrich: 2-4 Gew.-%
Steinholzestrich: 4-8 Gew.-%
Aufsteigende Feuchte ist auszuschließen, bei Anhydrit- und Magnesitestrich ist eine Abdichtung gegen Erdreich zwingend erforderlich.

Untergrundvorbereitung

Untergrund durch geeignete Maßnahmen, wie z. B. Kugelstrahlen oder Fräsen und Kugelstrahlen so vorzubereiten, daß er die aufgeführten Anforderungen erfüllt. 1K-Altanstriche und lose 2K-Beschichtungen prinipiell entfernen.
Glasierte Untergründe und starre 2K-Beschichtungen reinigen, anschleifen bzw. matt strahlen oder mit Disbon 481 EP-Uniprimer grundieren. Ausbruch- und Fehlstellen im Untergrund mit den Disbocret®PCC-Mörteln oder den Disboxid EP-Mörteln verfüllen.

Materialzubereitung

Härter der Grundmasse zugeben. Mit langsam laufendem Rührwerk (max. 400 U/min.) intensiv mischen, bis ein schlierenfreier und gleichmäßiger Farbton entsteht. In ein anderes Gefäß umfüllen und nochmals gründlich mischen.

Mischungsverhältnis

Grundmasse : Härter = 4 : 1 Gew.-Teile

Auftragsverfahren

Mit kurzfloriger Walze, geeigneter Rakel (z.B. Hartgummi-Zahnrakel oder Metall-Dreickzahnung), Stachelwalze

Beschichtungsaufbau

Grundbeschichtung
Mineralische Untergründe mit Disboxid 462 EP-Siegel Neu porenfrei grundieren. Dazu Material mit glattem Hartgummischieber im Gegenzug aufziehen und im Kreuzgang nachwalzen.
Verbrauch:
Disboxid 462 EP-Siegel Neu ca. 660 g/mm/m²
Disboxid 942 Mischquarz ca. 1.000 g/mm/m²

Je nach Anforderung können für Grundierung und Kratzspachtelung alternativ
Disboxid 420 E.MI Primer
Disboxid 460 EP-Ground
Disboxid 461 EP-Filler
eingesetzt werden.
Die Grundierung/ Kratzspachtelung muß bei Disboxid 462 EP-Siegel Neu innerhalb 24 Stunden beschichtet werden, bei längeren Wartezeiten ist ein Zwischenschliff erforderlich. Bei den anderen Grun­dierungen Wartezeiten gemäß TI einhalten. Detaillierte Informationen siehe jeweilige TI. Bei Einsatz von Disboxid 460 EP-Ground und Disboxid 461 EP-Filler ist kein durchgängiger Systemaufbau nach AgBB-Prüfkriterien möglich.

Verlegen der Erdungsanschlüsse
Auf die erhärtete Grundierung Disbon 973 Kupferband (Länge ca. 50 cm) - umlaufend an den Wandbereichen (siehe Abb.) - mit max. 20 m Abstand aufkleben. Es sind mindestens 2 Erdanschlüsse anzubringen. Hierfür die Leitkontaktpunkte aus dem Disboxid 975 Leitset verwenden.
Flächen, die durch Fugen getrennt sind, müssen separat geerdet werden. Bei sehr großen zusammenhängenden Flächen muß der max. Abstand zu den Kupferbändern von < 20 m eingehalten werden. Die Oberfläche des Kupferbandes muß mit einem mit Disboxid 419 Verdünner befeuchteten Lappen gereinigt werden. Das Kupferband nach Abschluß der Beschichtungsarbeiten durch eine Elektrofachkraft an die Erdung anschließen.

Grundriß Erdungsanschluß:
Bild 1 (003250.jpg)
1. Disbon 973 Kupferband
2. Kupferlitze 4 mm² zum Anschluß an die Erdung (Ringleitung)

Leitfähige Zwischenbeschichtung
Auf die Grundierung eine Leitschicht mit Disboxid 471 AS-Grund oder Disboxid 5022 WHG-Leitschicht mit einer Walze auftragen. Nach Aushärtung der Leitschicht, jedoch vor dem Auftrag der Schlußbeschichtung, muß eine Überprüfung der Ableitfähigkeit erfolgen. Der Erdableitwiderstand darf nicht über 5 x 104 Ohm liegen. Der Abstand zwischen Meßelektrode und Erdungsanschluß soll zwischen 8 und 10 m liegen. Sollte der Widerstand zu hoch sein, müssen zusätzliche Erdungsanschlüsse angebracht werden.
Verbrauch*:
Disboxid 471 AS-Grund ca. 100 g/m² bzw.
Disboxid 5022 WHG-Leitschicht ca. 120 g/m²

Hinweis: Während der Trocknungs- und Erhärtungsphase für gute Be- und Entlüftung sorgen.

Schlußbeschichtung

Leitfähige Verlaufbeschichtung mit Disboxid 472 AS-Deckschicht für mechanisch hochbeanspruchte Böden.

Disboxid 472 AS-Deckschicht auf die Bodenfläche gießen und mit einer Hartgummi-Zahnrakel (ca. 3 mm Dreieckszahnung) gleichmäßig verteilen. Anschließend die Rakel umdrehen und mit der Rückseite über die frische Beschichtung ziehen. Nach ca. 10 Minuten zwingend mit der Stachelwalze entlüften, um die Kohlefasern auszurichten.
Verbrauch*:
Disboxid 472 AS-Deckschicht ca. 1.500 - 2.000 g/m²

Hinweis: Bei allen Schlußbeschichtungen darf grundsätzlich nur ein Materialauftrag ausgeführt werden. Bei Reparaturen oder Überarbeitung ist grundsätzlich eine leitfähige Zwischenbeschichtung mit Disboxid 471 AS-Grund einschließlich Erdung erforderlich.
* Exakte Verbrauchswerte durch Musterlegung am Objekt ermitteln.
Hierbei handelt es sich um eine Empfehlung. Die Zahngröße ist abhängig von der Verschleißfestigkeit der Rakel, Temperatur und von Untergrundgegebenheiten.

Verbrauch

Grundbeschichtung
Disboxid 462 EP-Siegel Neu

ca. 300 - 400 g/m2
Kratzspachtelung (Bedarfsposition)
Disboxid 462 EP-Siegel Neu
Disboxid 942 Mischquarz

ca. 660 g/mm/m²
ca. 1000 g/mm/m²
Leitschicht
Disboxid 471 AS-Grund bzw.
Disboxid 5022 WHG-Leitschicht

ca. 100 g/m2
ca. 120 g/m²
Beschichtung
Disboxid 472 AS-Deckschicht
(ca. 3 mm Dreieckzahnung*)


ca. 1.500 - 2.000 g/m2
*Hierbei handelt es sich um eine Empfehlung. Die Zahngröße ist abhängig von der Verschleißfestigkeit der Rakel, Temperatur und von Untergrundgegebenheiten.

Verarbeitbarkeitsdauer

Bei 20 °C und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit ca. 45 Minuten. Höhere Temperaturen verkürzen, niedrigere verlängern die Topfzeit.

Verarbeitungsbedingungen

Werkstoff-, Umluft- und Untergrundtemperatur:
Mind. 10 °C, max. 30 °C
Die relative Luftfeuchtigkeit darf 80 % nicht überschreiten. Die Untergrundtemperatur sollte immer mindestens 3 °C über der Taupunkttemperatur liegen.

Wartezeiten

Die Wartezeit zwischen der Grundbeschichtung Disboxid 462 EP-Siegel Neu und der Zwischenschicht muß mindestens 12 Stunden und 24 Stunden betragen; zwischen Disboxid 471 AS-Grund und der Deckbeschichtung mindestens 16 Stunden und maximal 2 Tage. Höhere Temperaturen verkürzen und niedrige Temperaturen verlängern die Wartezeiten.

Trocknung/Trockenzeit

Bei 20 °C und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit nach 1 Tag begehbar und nach 7 Tagen völlig ausgehärtet.
Niedrigere Temperaturen verlängern den Aushärtungsprozeß. Während des Aushärtungsprozesses (ca. 24 Stunden bei 20 °C) aufgetragenes Material vor Feuchtigkeit schützen, da sonst Oberflächenstörungen auftreten können.

Werkzeugreinigung

Sofort nach Gebrauch und bei längeren Arbeitsunterbrechungen Geräte mit geeigneten Mitteln (siehe Tabelle) reinigen.
Produkt Reiniger
Disboxid 462
Disboxid 472
Disboxid 419 Verdünner
Disboxid 471
Disboxid 5022
Wasser oder warmes Seifenwasser

Gutachten

Aktuelle Informationen auf Anfrage

Reinigung und Pflege

Allgemeine Reinigungshinweise und Pflegeempfehlungen für Disbon-Fußböden beachten. 

Gefahrenhinweise/Sicherheitsratschläge (Stand bei Drucklegung)

Nur für gewerbliche Verarbeitung bestimmtes Produkt.

Grundmasse: 
Verursacht Hautreizungen. Kann allergische Hautreaktionen verursachen.Verursacht schwere Augenreizung. Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung. Flüssigkeit und Dampf entzündbar. Nicht in die Augen, auf die Haut oder auf die Kleidung gelangen lassen. Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung verwenden. BEI KONTAKT MIT DER HAUT: Mit viel Wasser und Seife waschen. BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.

Enthält epoxidhaltige Verbindungen.  Kann allergische Reaktionen hervorrufen. Hinweise des Herstellers beachten.



Härter:
  
 

Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt. Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. Kann allergische Hautreaktionen verursachen. Gesundheitsschädlich bei Einatmen. Staub oder Nebel nicht einatmen. Nicht in die Augen, auf die Haut oder auf die Kleidung gelangen lassen. Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung verwenden. BEI KONTAKT MIT DER HAUT: Mit viel Wasser und Seife waschen. BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.

Entsorgung

Nur restentleerte Gebinde zum Recycling geben. Materialreste: Grundmasse mit Härter aushärten lassen und als Farbabfälle entsorgen.

EU-Grenzwert für den VOC-Gehalt

dieses Produktes (Kat. A/j): 500 g/l. Dieses Produkt enthält max. 150 g/l VOC.

Giscode

RE 1

Nähere Angaben

Siehe Sicherheitsdatenblätter.
Bei der Verarbeitung des Materials sind die Bautenschutz-Verarbeitungshinweise zu beachten.

CE-Kennzeichung

ce-logo
Disbon GmbH
Roßdörfer Straße 50, D-64372 Ober-Ramstadt

08

DIS-472-001252
EN 13813:2002 Kunstharzestrich/Kunstharzbeschichtung für die Anwendung in Innenräumen
EN 13813:SR-Efl-B1,5-AR1-IR4
Brandverhalten Efl
Freisetzung korrosiver Substanzen SR
Wasserdurchlässigkeit NPD
Verschleißwiderstand ≤ AR1
Haftzugfestigkeit ≥ B1,5
Schlagfestigkeit ≥ IR4

EN 13813

Die EN 13813 "Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche – Estrichmörtel und Estrichmassen – Eigenschaften und An­forderungen" legt Anforderungen an Estrichmörtel fest, die für Fußbodenkonstruktionen in Innenräumen eingesetzt werden. Kunstharzbeschichtungen und -versiegelungen werden auch von dieser Norm erfasst.

Produkte, die o.g. Norm entsprechen, sind mit dem CE-Kennzeichen zu versehen. Die Kennzeichnung erfolgt auf dem Gebinde sowie im Anhang der Leistungserklärung gemäß BauPVO, die im Internet unter www.disbon.de abgerufen werden kann.

Technische Beratung

Alle in der Praxis vorkommenden Untergründe und deren Bearbeitung können in dieser Druckschrift nicht abgehandelt werden. Sollen Untergründe bearbeitet werden, die in dieser Technischen Information nicht aufgeführt sind, ist es erforderlich, mit uns oder unseren Außendienstmitarbeitern Rücksprache zu hal­ten. Wir sind gerne bereit, Sie detailliert und objektbezogen zu beraten.

KundenServiceCenter

Tel.: 0 61 54 / 71 17 10
Fax: 0 61 54 / 71 17 11
E-Mail:  kundenservicecenter@caparol.de