Disboxid 972 ESD-Multi

Pigmentierte 2K-Epoxidharz Bodenbeschichtung für den Industrie- und Gewerbebereich. Elektrostatisch leitfähig nach DIN EN 61340-4-1; DIN EN 61340-5-1; DIN EN 61340-4-5

Verwendungszweck

Für mineralische Bodenflächen mit mittlerer bis hoher mechanischer Belastung, wie z.B.:
Produktions- und Lagerbereiche mit Gabelstaplerverkehr
Werkhallen der Halbleiterindustrie
Laboratorien und medizinisch genutzte Räume mit elektronischen Geräten
ESD-Räume
Fabrikationsstätten der Automobilindustrie
Werkstätten mit empfindlichen elektronischen Bauteilen
Batterieräume

Eigenschaften

  • gut chemikalienbeständig
  • variabel einsetzbar als Roll-, Struktur- und Verlaufbeschichtung
  • dekontaminierbar
  • elektrostatisch leitfähig nach DIN EN 61340-4-1; DIN EN 61340-5-1 und DIN EN 61340-5-4 (Mensch-Schuh-Boden und Walking-Test)

 

Materialbasis

2K-Epoxidharz, total solid (gemäß ­Deutsche Bauchemie).

Verpackung/Gebindegrößen

30 kg Gebinde (Masse 24 kg Blechhobbock, Härter 6 kg Eimer)

Farbtöne

Lichtgrau, Kieselgrau

Farbtonveränderungen und Kreidungserscheinungen bei UV- und Witterungseinflüssen möglich. Organische Farbstoffe (z.B. in Kaffee, Rotwein oder Blät­tern) so­wie verschiedene Chemikalien
(z.B. Desinfektionsmittel, Säuren u.a.) können zu Farbtonveränderungen führen. Die Funktionsfähigkeit wird dadurch nicht beeinflußt.

Glanzgrad

Glänzend

Lagerung

Kühl, trocken, frostfrei
Originalverschlossenes Gebinde mindestens 3 Monate lagerstabil. Bei tieferen Temperaturen den Werk­­­­stoff vor der Verarbeitung bei ca. 20 °C lagern.

Dichte

ca. 1,3 g/cm³

Trockenschichtdicke

ca. 65 µm/100 g/m²

Abrieb nach Taber (CS 10/1000 U/1000 g)

ca. 40 mg/30 cm2

Pendelhärte nach König

ca. 130 s

Shore-Härte (A/D)

ca. D 60

Druckfestigkeit

> 50 N/mm² (MPa)

Chemikalienbeständigkeit

Chemikalienbeständigkeitstabelle in Anlehnung an DIN 53 168 bei 20 °C
7 Tage
Essigsäure 5%ig + (V)
Salzsäure 10%ig + (V)
Schwefelsäure < 10%ig + (V)
Schwefelsäure 20%ig + (V)
Zitronensäure 10%ig +
Ammoniak 25%ig (Salmiakg.) +
Caliumhydroxid +
Kalilauge 50%ig +
Natronlauge 50%ig +
Eisen III Chloridlösung, gesättigt + (V)
Magnesiumchloridlsg. 35%ig +
Dest. Wasser +
Kochsalzlösung, gesättigt +
Testbenzin (Terpentinersatz) +
Waschbenzin +
Xylol + (V)
Ethanol + (V)
Benzin DIN 51 600 + (V)
Superbenzin + (V)
Kerosin + (V)
Heiz- und Dieselkraftstoff +
Motorenöl
Coca-Cola + (V)
Kaffee + (V)
Rotwein + (V)
Skydrol (Hydraulikflüssigkeit) +
Trafo-Kühlflüssigkeiten
Zeichenerklärung: + = beständig, (V) = Verfärbung

Geeignete Untergründe

Alle mineralischen Untergründe.
Der Un­tergrund muß tragfähig, formstabil, fest, frei von losen Teilen, Staub, Ölen, Fetten, Gummiabrieb und sonstigen trennend wirkenden Substanzen sein.
Zementöse, kunststoffvergütete Aus­gleichsmassen sind auf ihre Beschich­tungsfähigkeit hin zu überprüfen, ggf. sind Probeflächen anzulegen.
Die Oberflä­chen­zugfestigkeit muß im Mittel 1,5 N/mm2 be­tragen. Der kleinste Einzel­wert darf
1,0 N/mm2 nicht unterschreiten.

Die Untergründe müssen ihre Ausgleichs­feuchte erreicht haben:
Beton und Zementestrich: max. 4 Gew.-%
Magnesitestrich: 2–4 Gew.-%
Steinholzestrich: 4–8 Gew.-%
Aufsteigende Feuchtigkeit ist auszuschlies­sen, bei Magnesit- und Steinholz­est­rich ist eine Abdichtung gegen Erd­reich zwingend erforderlich.

Untergrundvorbereitung

Untergrund durch geeignete Maßnahmen wie z.B. Kugelstrahlen oder Fräsen so vorbereiten, daß er die aufgeführten Anforde­rungen erfüllt. 1K-Altanstriche und lose 2K-Beschich­tun­gen prinzipiell entfernen.
Glasartige Ober­flächen und starre 2K-Be­schichtungen reinigen, anschleifen bzw. matt strahlen oder mit Disbon 481 EP-Uniprimer grundieren. Ausbruch- und Fehlstellen im Untergrund mit den Disbocret® -PCC-Mörteln oder den Disboxid EP-Mörteln oberflächenbün­dig verfüllen.

Materialzubereitung

Grundmasse aufrühren und Härter zugeben. Mit langsam laufendem Rührwerk (max. 400 U/min.) intensiv mischen, bis ein schlierenfreier und gleichmäßiger Farbton entsteht. In ein anderes Gefäß umfüllen und nochmals gründlich mischen.

Mischungsverhältnis

Grundmasse : Härter = 4 : 1 Gewichtsteile

Auftragsverfahren

Je nach Anwendung mit Gummirakel, mittelfloriger Walze oder Glättkelle.

Hinweis: Bei der Applikation mit einer Zahnrakel führt die gewählte Dreieckszahnungnicht automatisch zur Einhaltung der vorgegebenen Verbrauchswerte.

Beschichtungsaufbau

Grundbeschichtung
Mineralische Untergründe:
Porenfüllend mit Disboxid 462 EP-Sie­gel NEU grundieren. Rauhe Untergründe zusätzlich mit einer Kratzspachtelung (Grundierung mit Quarzsand gemischt) egalisieren. Je nach Anforderung können alternativ
Disboxid 420 E.MI Primer
Disboxid 460 EP-Ground
eingesetzt werden. Detaillierte Informa­tionen siehe jeweilige TI.

Verlegen der Erdungsanschlüsse
Auf die erhärtete Grundierung Disbon 973 Kupferband (Länge ca. 50 cm) – umlaufend an den Wandbereichen – mit max. 20 m Abstand aufkleben. Es sind mindestens zwei Erdanschlüsse anzubringen. Für den Anschluß an das Erdpotential be­inhaltet das Disboxid 975 Leitset die erforderlichen Leitkontaktpunkte, die ins Be­schichtungssystem integriert werden können. Flä­chen, die durch Fugen getrennt sind, müssen separat geerdet werden. Bei sehr großen zusammenhängenden Flächen muß der max. Ab­stand zu den Kupferbändern von <20 m eingehalten werden, in­dem an Stützen oder Einbauteilen zusätzlich Er­dungsanschlüsse angeschlossen werden. Die Oberfläche des Kupferbandes muß mit einem mit Disboxid 419 Verdünner be­feuchteten Lappen gereinigt werden. Das Kupferband nach Abschluß der Beschichtungsarbeiten bauseits durch eine Elektrofachkraft anschließen.

Grundriß Erdanschluß

Bild 1 (003250.jpg)

Disbon 973 Kupferband
Kupferlitze 4 mm2 zum Anschluß an die Erdung (Ringleitung)

Leitfähige Zwischenbeschichtung
Auf die Grundierung eine Leitschicht mit Disboxid 471 AS-Grund bzw. Disboxid 5022 WHG-Leitschicht mit einer Walze auftragen. Nach Aushärtung der Leitschicht, jedoch vor dem Auftrag der Schluß­beschichtung, muß eine Überprüfung der Ableitfähigkeit erfolgen. Der Erdableitwiderstand darf nicht über 5 x 104 Ohm liegen. Der Abstand zwischen Meßelektrode und Erdanschluß soll zwischen 8 und 10 m liegen. Sollte der Widerstand zu hoch sein, müssen zusätzliche Erdanschlüsse angebracht werden.

Hinweis: Während der Trocknungs- und Erhärtungsphase für gute Be- und Entlüftung sorgen.

Schlußbeschichtung

Rollbeschichtung
Disboxid 972 ESD-Multi im Kreuzgang mit einer mittelflorigen Walze auftragen.

Strukturbeschichtung
Disboxid 972 ESD-Multi unter Zugabe von ca. 2 Gew.-% Disboxid 952 Stellmittel auftragen und anschließend mit einer mittleren Moltoprenwalze  (Porendurchmesser ca. 2 mm) im Kreuzgang abrollen. Die frisch beschichtete Fläche kann dazu mit Nagelschuhen begangen werden. Die Walze von Zeit zu Zeit auf neutralem Un­ter­grund trockenrollen. Bei größeren Flä­chen Walze nach ca. 200 m2 erneuern.

Verlaufbeschichtung
Disboxid 972 ESD-Multi auf die Fläche gießen und mit einer Hartgummi-Zahnrakel gleichmäßig verteilen. Nach ca. 10 Mi­nu­ten mit einer Stachelwalze entlüften.

Hinweis: Bei allen Schlußbeschichtungen darf grundsätzlich nur ein Materialauftrag ausgeführt werden. Bei Reparaturen oder Überarbeitung ist grundsätzlich eine leitfähige Zwischenbeschichtung mit Disboxid 471 AS-Grund bzw. Disboxid 5022 WHG-Leitschicht einschließlich Erdung erforderlich.

Verbrauch

Grundbeschichtung
Mineralische Untergründe siehe jeweilige TI
Leitfähige Zwischenbeschichtung
Disboxid 471 AS-Grund
Disboxid 5022 WHG-Leitschicht
ca. 100 g/m2
ca. 120 g/m²
Schlußbeschichtung
Rollbeschichtung
Disboxid 972 ESD-Multi

ca. 500 g/m2
Strukturbeschichtung
Disboxid 972 ESD-Multi
Disboxid 952 Stellmittel

ca. 700 g/m2
ca. 14 g/m2
Verlaufbeschichtung
Disboxid 972 ESD-Multi
ca. 1,5 kg/m2

Exakte Verbrauchswerte durch Musterlegung am Objekt ermitteln.

Verarbeitbarkeitsdauer

Bei 20 °C und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit ca. 30 Minuten.
Höhere Temperaturen verkürzen, niedrigere verlängern die Topfzeit.

Verarbeitungsbedingungen

Werkstoff-, Umluft- und Untergrundtempe­ratur:
Mind. 12 °C, max. 30 °C
Die relative Luftfeuchtigkeit darf 80 % nicht überschreiten. Die Untergrundtemperatur soll­te immer mindestens 3 °C über der Tau­punkt­temperatur liegen.

Wartezeiten

Zwischen Grundbe­schichtung und Zwi­schenschicht: mind. 16 und max. 24 Stunden. Zwischen Zwischenschicht Disboxid 471 AS-Grund bzw. Disboxid 5022 WHG-Leitschicht und der Deckbeschichtung mind. 16 und max. 48 Stunden (bei 20 °C).

Trocknung/Trockenzeit

Bei 20 °C und 60 % relativer Luftfeuch­tig­keit nach ca. 24 Stunden begehbar, nach ca. 3 Tagen mechanisch belastbar, nach ca. 7 Tagen völlig ausgehärtet.
Bei niedrigen Temperaturen entsprechend länger. Während des Aushärtungspro­zesses (ca. 16 Std. bei 20 °C) aufgetragenes Material vor Feuchtigkeit schützen, da sonst Ober­flächenstörungen und Haftungsminde­run­gen auftreten können.

Werkzeugreinigung

Sofort nach Gebrauch und bei längeren Arbeitsunterbrechungen mit Disboxid 419 Verdünner.

Gutachten

Aktuelle Informationen auf Anfrage

Gefahrenhinweise/Sicherheitsratschläge (Stand bei Drucklegung)

Nur für gewerbliche Verarbeitung be­stimmtes Produkt.

Masse: 
Verursacht Hautreizungen. Kann allergische Hautreaktionen verursachen. Verursacht schwere Augenreizung. Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung. Nicht in die Augen, auf die Haut oder auf die Kleidung gelangen lassen. Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung verwenden. Kontaminierte Kleidung ausziehen und vor erneutem Tragen waschen. BEI KONTAKT MIT DER HAUT: Behutsam mit viel Wasser und Seife waschen. BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. Enthält epoxidhaltige Verbindungen. Hinweise des Herstellers beachten.

Härter:
Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt. Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. Kann allergische Hautreaktionen verursachen. Gesundheitsschädlich bei Einatmen. Dampf/Aerosol nicht einatmen. Nicht in die Augen, auf die Haut oder auf die Kleidung gelangen lassen. Freisetzung in die Umwelt vermeiden.  Vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung verwenden. BEI KONTAKT MIT DER HAUT: Mit viel Wasser und Seife waschen. BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. Bei Unwohlsein ärztlichen Rat einholen/ ärztliche Hilfe hinzuziehen. Kontaminierte Kleidung ausziehen und vor erneutem Tragen waschen.

Entsorgung

Nur restentleerte Gebinde zum Recycling geben. Flüssige und ausgehärtete Materialien als Farbabfälle, die organische Lösemittel oder andere gefährliche Stoffe enthalten, entsorgen.

EU-Grenzwert für den VOC-Gehalt

dieses Produktes (Kat. A/j): 500 g/l (2010). Dieses Produkt enthält max. 180 g/l VOC.

Giscode

RE 2

Nähere Angaben

Siehe Sicherheitsdatenblätter.
Bei der Verarbeitung des Materials sind die "Allgemeinen Verarbeitungshinweise für Disbon Bodenbeschichtungen" sowie die "Reinigungs- und Pflegeempfehlungen" zu beachten.

CE-Kennzeichung

ce-logo
Disbon GmbH
Roßdörfer Straße 50, D-64372 Ober-Ramstadt

08

DIS-972-009200
EN 13813:2002
Kunstharzestrich/Kunstharzbeschichtung für die Anwendung in Innenräumen
EN 13813:SR-Bfls1-B1,5-AR1-IR4
Brandverhalten Bfl-s1
Freisetzung korrosiver Substanzen SR
Wasserdurchlässigkeit NPD
Verschleißwiderstand ≤ AR1
Haftzugfestigkeit ≥ B1,5
Schlagfestigkeit ≥ IR4

EN 13813
Die DIN EN 13813 "Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche – Estrichmörtel und Estrichmassen – Eigenschaften und Anforderungen" legt Anforderungen an Estrichmörtel fest, die für Fußbodenkonstruktionen in Innenräumen ein­gesetzt werden. Kunstharzbeschichtungen und -versiegelungen werden auch von dieser Norm erfasst. Produkte, die der o. g. Norm entsprechen, sind mit dem CE-Kennzeichen zu versehen. Die Kennzeichnung erfolgt auf dem Gebinde sowie im Anhang der Leistungserklärung gemäß BauPVO, die im Internet unter www.disbon.de abgerufen werden kann.

Technische Beratung

Alle in der Praxis vorkommenden Untergründe und deren Bearbeitung können in dieser Druckschrift nicht abgehandelt werden.
Sollen Untergründe bearbeitet werden, die in dieser Technischen Information nicht aufgeführt sind, ist es erforderlich, mit uns oder unseren Außendienstmitarbeitern Rücksprache zu hal­ten. Wir sind gerne bereit, Sie detailliert und objektbezogen zu beraten.

KundenServiceCenter

Tel.: 0 61 54 / 71 17 10
Fax: 0 61 54 / 71 17 11
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