Disboxid ColorQuarz-System - innen

Dekoratives Beschichtungs-System für Innenräume mit widerstandsfähiger, glänzender und rutschhemmender Oberfläche.

Einsatzgebiete

Saugfähige, mineralische Untergründe (Be­ton, Zementestrich) in repräsentativen In­nenräumen,
wie z.B. Empfangshallen, Aus­­stellungsräume, Boutiquen.

Verwendungszweck

Durch die emissionsminimierte, schadstoffgeprüfte Formulierung besonders geeignet für alle "sensiblen" Bereiche wie z.B. Aufent­haltsräume, Krankenhäuser, Kin­dergärten und -tagesstätten, Schulen usw.

Geprüft nach den AgBB-Prüfkriterien für VOC-Emissionen aus innenraumrelevanten Bauprodukten. Das Bewertungs­sche­ma des AgBB (Ausschuß zur ge­sund­heit­lichen Bewertung von Bauprodukten) wurde von den Umwelt- und Gesund­heits­behörden für die Verwendung von Baumaterialien in sensiblen Bereichen wie z.B. Aufenthaltsräumen abgeleitet.

Glanzgrad

Glänzend

Geeignete Untergründe

Beton und Zementestrich
Der Un­ter­­grund muß trocken, tragfähig, formstabil, fest, frei von losen Teilen, Staub, Ölen, Fetten, Gummiabrieb und sonstigen trennend wirkenden Substanzen sein.
Die Druckfestigkeiten des Untergrundes müssen > 25 N/mm² betragen.
Zementöse, kunststoffvergütete Aus­gleichsmassen sind auf ihre Beschich­tungsfähigkeit hin zu überprüfen, ggf. sind Probeflächen anzulegen.
Die Ober­flä­chen­zugfestigkeit des Unter­grun­des muß im Mittel 1,5 N/mm2 betragen. Der kleinste Einzelwert darf 1,0 N/mm2 nicht unter­­schreiten.
Die Untergründe müssen ihre Ausgleichs­feuchte erreicht haben:
Beton und Zementestrich: max. 4 Gew.-% (CM-Methode)
Prüfmethoden für die genannten Werte gem. DAfStb, Instandsetzungs-Richtlinie Teil 3.

Andere Untergrundarten bzw. Vorgehensweisen bedürfen einer gesonderten Beratung durch Disbon.

Untergrundvorbereitung

Der vorhandene zementöse Untergrund wird durch staubarmes Strahlen mit festem Strahlgut (Kugelstrahlen) bei gleichzeitigem Absaugen vorbereitet. Der Grad des Abtrages minderfester Schichten ist abhängig vom Druck und von der Art und Menge des Strahlmittels. Schleifen ist nur bei örtlich kleineren Flächen (Randbearbeitung) zulässig, ausgenommen ist die Vorbereitung durch Diamantschleiftechnik zur Entfernung minderfester Schichten.
Weiterhin ist das BEB-Arbeitsblatt KH-0/U und das BEB-Arbeitsblatt KH 3 sowie die Tabelle 2.5 der Richtlinie Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen, Teil 2 des "Deutschen Ausschuß für Stahlbeton" zu beachten.
Ausbruch- und Fehl­stellen im Untergrund mit den Disbocret®-PCC-Mörteln oder den Disboxid EP-Mör­teln oberflächenbündig verfüllen.
Faserhaltige Untergründe (Stahl- oder Kunststofffasern) müssen nach erfolgter Grundierung zwischengeschliffen werden und sind abermals zu grundieren, so dass keine "Dochtwirkung" entstehen kann.

Bundesverband Estrich und Belag e.V., 53842 Troisdorf-Oberlar

Beschichtungsaufbau

Grundbeschichtung
Mineralische Untergründe porenfüllend mit Disboxid 420 E.MI Primer grundieren.
Angemischtes Material auf die Fläche gießen und flutend mit einem Gummibesen/Gummiwischer langsam im Gegenzug (Porenschluß) gleichmäßig verteilen. Zur Vermeidung von Glanzstellen das verteilte Material mit einer mittelflorigen Walze im Kreuzgang nacharbeiten. Bei stark saugenden Untergründen (Grundierharz schlägt weg, kein geschlossener Grundierfilm vorhanden) ist eine zweite Grundbeschichtung zum Porenschluß erforderlich. Die Grundierung ist innerhalb 24 Stunden zu überarbeiten. Bei längeren Wartezeiten die frische Grundierung leicht (Korn neben Korn) absanden.
Verbrauch
Disboxid 420 E.MI Primer: ca. 300 – 400 g/m2

Egalisierschicht
Für eine gleichmäßige optische Gestaltung ist die Egalisation zwingend erforderlich. Das angemischte Material auf die grundierte Fläche gießen und mit einer Hartgummi-Zahnrakel (Dreieckzahnung 4 mm)gleichmäßig verteilen. Nach einer Wartezeit von ca. 10 Minuten mit einer Stachelwalze im Kreuzgang entlüften. 
Verbrauch:
Disboxid 420 E.MI Primer: ca. 1200 g/m2
Disboxid 942 Mischquarz: ca. 1000 g/m2

Zwischenbeschichtung
Das angemischte Disboxid 421 E.MI Coat auf die grundierte Fläche gießen und mit einer Hartgummi-Zahnrakel (Dreieckzahnung 2 mm) gleichmäßig verteilen. Die Fläche wird mit einer mittelflorigen Walze im Kreuzgang nachgerollt. 
Verbrauch:
Disboxid 421 E.MI Coat: ca. 800 g/m2

Alternativ Disbon 489 EP-Klarsiegel 1:1 gemischt mit Disboxid 942 Misch­quarz auf die grundierte Fläche gießen und mit einer Hartgummi-Zahnrakel (Dreieckzahnung 4 mm) gleichmäßig verteilen. Der Untergrund muss einen einheitlichen Grundfarbton aufweisen, da sich Farbtonunterschiede auf der fertigen Oberfläche abzeichnen können. 
Verbrauch:
Disbon 489 EP-Klarsiegel: ca. 800 g/m2
Disboxid 942 Mischquarz: ca. 800 g/m2

Abstreuung

In die frische Beschichtung den Disbon 984 ColorQuarz einstreuen. Dazu kann die Fläche mit Nagelschuhen begangen werden.
Verbrauch:
Disbon 984 ColorQuarz: ca. 2000 – 3000 g/m2

Hinweis: Bei intensiven ColorQuarz-Farbtönen ist darauf zu achten, dass die Zwischenbeschichtung keine Unebenheiten und Kellenschläge aufweist. Das Abstreuen des ColorQuarzes ist bei allen Farbtönen gleichmäßig und im Überschuß vorzunehmen, um Schattierungen zu vermeiden. Abgestreute Fläche vor Feuchtigkeit schützen. Nach dem Aushärten der Zwischenbeschichtung die gesamte Fläche mit einem Stielschleifer oder einem leichten Bodenschleifer (Trockenschleifpapier Körnung 60 - 80) vorsichtig leicht anschleifen. Oberfläche anschließend durch Kehren und Absaugen entstauben.  

Beim Begehen der abgestreuten Oberfläche Verschmutzungen und starke mechanische Beanspruchungen vermeiden. Arbeitsschuhe mit sauberem fusselfreien Lappen umwickeln oder Überschuhe tragen.

Sockelbeschichtung:
An Hohlkehlen und Sockelflächen Disbon 984 ColorQuarz mit einer Trichterpistole in die frische Zwischenbeschichtung einblasen. Der Vorgang muss bis zur gewünschten Deckung ggf. mehrfach wiederholt werden.
Alternativ Disbon 984 ColorQuarz mit Disbon 489 EP-Klarsiegel im Mischungsverhältnis 1:1 unter Zugabe von ca. 2 % Disboxid 952 Stellmittel mit einer Edelstahlkelle aufziehen.
Bedingt durch das Auftragsverfahren ergeben sich Farb- und Strukturunterschiede im Vergleich zu den horizontalen Flächen.

Deckversiegelung
1 Versiegelung
Das angemischte Disbon 489 EP-Klarsiegel auf die Fläche gießen, mit einem Hartgummischieber gleichmäßig verteilen und mit einer mittelflorigen Walze im Kreuzgang nachrollen. Verbrauch:
Disbon 489 EP-Klarsiegel: ca. 300 - 400 g/m2

2. Versiegelung (optional)
Disbon 489 EP-Klarsiegel auf die bereits versiegelte Oberfläche in einem 2. Arbeitsgang wie vor beschrieben auftragen.
Verbrauch:
Disbon 489 EP-Klarsiegel: ca. 150 g/m2

3. Versiegelung (glatte Oberfläche):
Disbon 489 EP-Klarsiegel auf die bereits versiegelte Oberfläche in einem 3. Arbeitsgang wie vor beschrieben auftragen.
Verbrauch:
Disbon 489 EP-Klarsiegel: ca. 150 g/m2

Exakte Verbrauchswerte durch Musterlegung am Objekt ermitteln.
Hierbei handelt es sich um eine Empfehlung. Die Zahngröße ist abhängig von der Verschleißfestigkeit der Rakel, Temperatur und Untergrundgegebenheiten.


Verbrauch:

Grundbeschichtung
Disboxid 420 E.MI Primer
Abstreuung mit Disboxid 942 Mischquarz

ca. 300 – 400 g/m2
ca. 800 g/m²
Egalisierschicht
Disboxid 420 E.MI Primer
Disboxid 942 Mischquarz

ca. 1,2 kg/m2
ca. 1,0 kg/m2
Zwischenbeschichtung
Disboxid 421 E.MI Coat
alternativ:
Disbon 489 EP-Klarsiegel
Disboxid 942 Mischquarz

ca. 800 g/m2

ca. 800 g/m2
ca. 800 g/m2
Abstreuung:
Disbon 984 ColorQuarz

ca. 2000 - 3000 g/m²
Versiegelung
Disbon 489 EP-Klarsiegel
1. Arbeitsgang
2. Arbeitsgang (optional)
3. Arbeitsgang (optional)


ca. 300 - 400 g/m2
ca. 150 g/m²
ca. 150 g/m²

Wartezeit

Disboxid 420 E.MI Primer innerhalb von 12 bis 24 Stunden überarbeiten. Auf abgestreuten Flächen sind längere Wartezeiten möglich.
Abgestreutes Disboxid 421 E.MI Coat ist frühestens nach 16 begeh- und überarbeitbar.
Disbon 489 EP-Klarsiegel innerhalb von 8 bis 24 Stunden überarbeiten

Alle Angaben gelten für 20 °C und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit. Bei niedrigen Temperaturen verlängern sich die Wartezeiten.

Verarbeitungstemperatur

Werkstoff-, Umluft- und Untergrundtemperatur:
Mind. 10 °C, max. 30 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit darf 80 % nicht überschreiten. Die Untergrundtemperatur sollte immer mindestens 3 °C über der Taupunkttemperatur liegen.

Trockenzeit

Bei 20 °C und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit nach ca. 3 Tagen mechanisch belastbar, nach ca. 7 Tagen völlig ausgehärtet. Bei niedrigen Temperaturen entsprechend länger.

Werkzeugreinigung

Sofort nach Gebrauch und bei längeren Arbeitsunterbrechungen mit Disboxid 419 Verdünner.

Gutachten

Aktuelle Informationen auf Anfrage.

Reinigung und Pflege

Farbtonveränderungen und Kreidungserscheinungen bei UV- und Witterungseinflüssen möglich. Organische Farbstoffe (z.B. in Kaffee, Rotwein oder Blättern) so­wie verschiedene Chemikalien (z.B. Desinfektionsmittel, Säuren u.a.) können zu Farbtonveränderungen führen. Schleifende Beanspruchungen können zum Verkratzen der Oberfläche führen. Die Funktionsfähigkeit wird dadurch nicht beeinflußt.

Das anspruchsvolle Aussehen der Ober­flä­che setzt eine regelmäßige Reinigung und Pflege voraus. Zur Werterhaltung der Beschichtungsoberflächen sind unter Stuhl- und Tischbeinen Filzgleiter anzubringen. Möbel und andere Einrichtungsgegenstände sind vorsichtig einzubringen, um Kratzer und Stoßecken zu vermeiden – keinesfalls auf der Fläche verschieben, sondern anheben. Bei Verwendung von Stühlen mit Laufrollen (z.B. Bürostühle) nur weiche Rollen verwenden.

Zur Vermeidung von Sand- und Schmutzeintrag sind Schmutzläufer im Eingangsbereich auszulegen. Je nach Belastung müssen z.B. im gewerblichen Bereich 1 – 2 Grund­reinigungen im Jahr durchgeführt werden, um die ansprechende Oberfläche zu er­halten. Da­zwischen muß in regelmäßigen Abständen die versiegelte Fläche mit einem Wisch­pfle­gemittel gereinigt werden. Da nicht alle handelsüblichen Reinigungs­verfahren bzw. Bodenpflegemittel für die Beschichtungs­oberfläche geeignet sind, empfiehlt sich in jedem Fall die Behand­lung einer Teilfläche als Muster auszu­füh­ren.

Für die Grundreinigung eignet sich z.B. der Grundreiniger GR 10 der Fa. TANA-Chemie GmbH, Mainz. Die Unterhaltsreini­gung wird mit einem geeigneten Wisch­pfle­gemittel ausgeführt.

Nähere Angaben

Siehe Sicherheitsdatenblätter.
Bei der Verarbeitung des Materials sind die Bautenschutz-Verarbeitungshinweise sowie die Disbon Reinigungs- und Pflegehinweise für Fußböden zu beachten.

Technische Beratung

Alle in der Praxis vorkommenden Untergründe und deren Bearbeitung können in dieser Druckschrift nicht abgehandelt werden.
Sollen Untergründe bearbeitet werden, die in dieser Technischen Information nicht aufgeführt sind, ist es erforderlich, mit uns oder unseren Außendienstmitarbeitern Rücksprache zu hal­ten. Wir sind gerne bereit, Sie detailliert und objektbezogen zu beraten.

KundenServiceCenter

Tel.: 0 61 54 / 71 - 717 10
Fax: 0 61 54 / 71 - 717 11
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