FibroSil

Streichvlies zur Überarbeitung von Putzrissen – strukturegalisierend. Faserverstärkter Rissgrund für außen – diffusionsoffen. Überarbeitbar mit Dispersions- und Siliconharz-Emulsionsfarben.

Verwendungszweck

FibroSil ist ein rissver­schlämmmender Beschichtungsstoff. Geeignet zur Über­arbei­tung von Putzflächen und alten trag­fähigen Dispersions­beschich­tungen. FibroSil kann mit Disper­sionsfarben wie z.B. Amphisil oder Silicon­harz­farben wie AmphiSilan, ThermoSan, PermaSilan oder Muresko SilaCryl überar­beitet werden.

Eigenschaften

  • rissverschlämmend gemäß BFS-Merkblatt Nr. 19
  • egalisierend
  • haftvermittelnd auf glatten Unter­gründen
  • einfache Verarbeitung
  • wasserverdünnbar und geruchsarm

Materialbasis

Kunststoffdispersion nach DIN 55945, faserverstärkt.

Verpackung/Gebindegrößen

  • Standardware: 25 kg

Farbtöne

Weiß.

Mit max. 5 % AmphiColor® Vollton- und Abtönfarben oder CaparolColor Vollton- und Abtönfarben abtönbar.
FibroSil ist im ColorExpress-System maschinell nach allen gängigen Farbton­kollektionen in hellen bis ca. Hellbezugs­wert 70 Farbtönen abtönbar.

Glanzgrad

Matt, G3

Lagerung

Kühl, aber frostfrei.

Technische Daten

Kenndaten nach DIN EN 1062:

Maximale Korngröße

< 1500 µm, S3

Dichte

ca. 1,45 g/cm3

Trockenschichtdicke

200–400 µm, E4

Wasserdurch­lässig­keits­rate

(w-Wert): ≤ 0,1 [kg/(m2· h0,5)] (niedrig), W3

Rissklassen

Rissüberbrückung Anstrichaufbau: 1 x 800 g/m² FibroSil (als Grund- bzw. Zwischenbeschichtung), Klasse: A1 (> 100 µm)

Wasserdampf­durch­lässig­keit (sd-Wert)

(sd-Wert): ≥ 0,14 – < 1,4 m (mittel), V2 ; Durch Abtönung sind Abweichungen bei den technischen Kenndaten möglich.

Ergänzungsprodukte

  • PermaSilan; AmphiSilan; ThermoSan; Muresko SilaCryl; Amphisil

Eignung gemäß Technischer Information Nr. 606 Definition der Einsatzbereiche

innen 1 innen 2 innen 3 außen 1 außen 2
+ +
(–) nicht geeignet / (○) bedingt geeignet / (+) geeignet

Geeignete Untergründe

Die Untergründe müssen frei von Verschmutzungen, trennenden Substanzen und trocken sein. VOB, Teil C, DIN 18363, Abs. 3 beachten.

Untergrundvorbereitung

Putze der Mörtelgruppen PII und PIII/Mindestdruckfestigkeit nach DIN EN 998-1 mit mind. 1,5 N/mm²
Neue Putze sind nach ausreichender Standzeit, in der Regel nach 2 Wochen bei ca. 20°C und 65 % rel. Luftfeuchtigkeit mit FibroSil mit max. 5 % Wasser verdünnt, beschichtbar. Bei ungünstigeren Wetterbedingungen, z.B. beeinflusst durch Wind oder Regen, ­müssen deutlich längere Standzeiten einge­halten werden. 
Alte Putze: Nachputzstellen müssen gut abgebunden und ausgetrocknet sein. Auf festen, normal saugenden Putzen FibroSil mit max. 5 % Wasser verdünnt ver­arbeiten. Auf stark saugenden Putzen eine Grund­beschichtung mit OptiGrund E.L.F. oder CapaSol LF. Auf stark sandenden, mehlenden Putzen ein Grundanstrich mit Dupa-grund.

Beton:
Betonflächen mit Schmutzablage­rungen oder Mehlkornschicht mechanisch oder durch Druck­wasserstrahlen unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften reinigen. Auf schwach saugenden bzw. glatten Flächen FibroSil mit max. 5 % Wasser ver­dünnt verarbeiten. Auf stark saugenden Flächen ein Grund­an­strich mit OptiGrund E.L.F. bzw. CapaSol LF. Auf mehlenden Flächen ein Grundanstrich mit Dupa-grund.

Tragfähige Dispersionsfarben-Beschichtungen:
Verschmutzte, kreidende Altan­striche durch Druckwasser­strahlen, manuelles Abwaschen oder andere geeignete Methode unter Beach­tung der gesetzlichen Vorschriften reini­gen. FibroSil mit max. 5 % CapaSol LF verdünnt ver­arbeiten.

Tragfähige, feste Kunstharz­putz-Beschichtungen:
Alte Putze mit geeigneter Me­thode reinigen. Bei Nassreinigung die Flächen vor der Weiter­be­handlung gut trocknen lassen. FibroSil mit max. 5 % Wasser verdünnt ver­arbeiten.

Pilz- und algenbefallene Flächen:
Schimmelpilz oder Algenbelag durch Nass­strahlen unter Beachtung der gesetz­lichen Vorschriften ent­fernen. Mit Capatox bzw. FungiGrund durch­waschen und gut trocknen lassen. 

Flächen mit Salzaus­blühungen:
Salzausblühungen trocken abbür­sten und entfernen. Ein Grund­anstrich mit Dupa-grund. Beim Beschichten von Flächen mit Salz­aus­blühungen kann für die dauerhafte Haftung der Be­schichtung bzw. die Unterbindung der Salzausblühungen keine Ge­währ über­nommen werden. 

Fehlstellen:
Fehlstellen bis 20 mm Tiefe mit Histolith Renovierspachtel reparieren. Spachtel­stellen nachgrundieren. Innenflächen Je nach vorliegendem Untergrund und dessen Beschaffenheit ist vor der Be­schich­­­tung mit FibroSil eine Untergrund­vorbe­hand­lung bzw. eine Grundbeschich­tung ent­sprech­end unserer Technischen Information Nr. 650 „Untergründe und deren Vorbe­hand­lungen" auszuführen.

Auftragsverfahren

Zu verarbeiten mit Pinsel oder Rolle. Spritzverarbeitung ist mit geeigneten Spritzgeräten möglich. Nähere Angaben siehe Spritzdatenblatt.
Auf glatten Flächen empfiehlt sich das Arbeiten mit der Bürste in Kreuz­schlag­technik um eine gleichmäßige Oberflächen­struktur zu erreichen. Auf strukturierten Untergründen wie z.B. Reibeputzen sollte vorzugsweise mit der Rolle gearbeitet werden. Vor der Verarbeitung gut aufrühren. Arbeitsgeräte nach dem Gebrauch mit Wasser reinigen.

Beschichtungsaufbau

Grund- bzw. Zwischenbeschich­tung:
FibroSil mit max. 5 % Wasser ver­dünnt ver­arbeiten. Bei Be­darf kann eine zusätzliche Zwischen­beschichtung mit FibroSil ausgeführt werden.

Überarbeitung: 
Wahlweise mit AmphiSilan, Muresko SilaCryl, Amphisil, PermaSilan oder ThermoSan.

Verbrauch

Ca. 600–800 g/m2 pro Arbeitsgang auf glattem Untergrund. Auf rauhen Flä­chen ent­sprechend mehr. Der exakte Verbrauch ist durch Probebe­schich­tung zu ermitteln.

Verarbeitungsbedingungen

Untere Temperaturgrenze bei der Verarbeitung und Trocknung: +5 °C für Umluft und Untergrund

Trocknung/Trockenzeit

Bei +20 °C und 65 % rel. Luftfeuchte nach 12 Stunden oberflächentrocken und über­streichbar. Durchgetrocknet und belastbar nach ca. 3 Tagen. Bei niedrigerer Temperatur und höherer Luft­feuchte verlängern sich diese Zeiten.

Hinweis

Nicht geeignet für waagerechte Flä­chen mit Wasserbelastung. Bei Fassadenflächen, die unter speziellen Objektbedingungen oder durch natürliche Witterungseinflüsse stärker als üblich feuchte­belastet werden, besteht ein er­höh­tes Risiko der Pilz- und Algen­­bil­dung. Wir empfehlen deshalb für gefährdete Flächen unsere Spezialprodukte, z.B. ThermoSan, Muresko SilaCryl oder PermaSilan, einzusetzen. Diese Produkte enthalten Wirkstoffe, die das Wachstum von Pilzen und Algen zeitlich verzögern.

Gutachten

  • FibroSil Prüfzeugnis Schlussanstrich AmphiSilan-Fassadenfarbe Bestimmung der Wasserdampfdiffusionstromdichte und der Wasserdurchlässigkeitsrate
  • FibroSil Prüfzeugnis Schlussanstrich Muresko Bestimmung der Wasserdampfdiffusionstromdichte und der Wasserdurchlässigkeitsrate

Bitte beachten (Stand bei Drucklegung)

 Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Während der Verarbeitung und Trocknung für gründliche Belüftung sorgen. Essen, Trinken und Rauchen während des Gebrauchs der Farbe ist zu vermeiden. Bei Berührung mit den Augen oder der Haut sofort gründlich mit Wasser abspülen. Nicht in die Kanalisation, Gewässer oder ins Erdreich gelangen lassen. Reinigung der Werkzeuge sofort nach Gebrauch mit Wasser und Seife. Spritznebel und Sprühnebel nicht einatmen. Nähere Angaben: Siehe Sicherheitsdatenblatt.

Entsorgung

Nur restentleertes Gebinde zum Recycling geben. Flüssige Materialreste bei der Sammelstelle für Altfarben/Altlacke abgeben, eingetrocknete Materialreste als Bau- und Abbruchabfälle oder als Siedlungsabfälle bzw. Hausmüll entsorgen.

EU-Grenzwert für den VOC-Gehalt

dieses Produktes (Kat. A/a): 30 g/l (2010). Dieses Produkt enthält max. 30 g/l VOC.

Produkt-Code Farben und Lacke

M-GP01

Deklaration der Inhaltsstoffe

Polyvinylacetatylharz, Titan­dioxid, Calcium­carbonat, Silikate, Wasser, Film­bilde­­­hilfs­mittel, Additive, Konser­vie­rungs­­­­mittel (Methylisothiazolinon, Benzisothiazolinon)

Technische Beratung

Alle in der Praxis vorkommenden Untergründe und deren anstrichtechnische Behandlung können in dieser Druckschrift nicht abgehandelt werden.
Sollen Untergründe bearbeitet werden, die in dieser Technischen Information nicht auf­geführt sind, ist es erforderlich, mit uns oder unseren Außendienst­mit­arbeitern Rück­sprache zu halten. Wir sind gerne bereit, Sie detailliert und objektbezogen zu beraten.

KundenServiceCenter

Tel.: 0 61 54 / 71 17 10
Fax: 0 61 54 / 71 17 11
E-Mail:  kundenservicecenter@caparol.de

Fotorealistische Kunst am Bau

Jugendstilgebäude wird zum Blickfang