Muresko CoolProtect

Siliconharz-Fassadenfarbe zur optimalen Solarreflektion bei dunklen Farbtönen auf hochgedämmten Untergründen.

Verwendungszweck

Spezialbeschichtung zur Verminderung thermischer Aufheizung bei hochgedämmten Untergründen wie z.B. WDVS auf Basis EPS-Dalmatiner-Fassadendämmplatten und MW-Dämmstoffen, Porenbeton, Wärmedämmputze usw. bei dunklen Farbtönen als Werkstönung. Die besondere Zusammensetzung der Pigmentierung erlaubt eine geringere Aufheizung bei Sonneneinstrahlung, da neben einem Teil des sichtbaren Sonnenlichtes auch ein Großteil des nahen Infrarotbereiches (NIR) reflektiert wird.
Bei Farbtönen auf intaktem WDVS mit einem Hellbezugswert (HBW) < 20 ist ein TSR-Wert von ≥ 25 % (dieses ist bei Muresko CoolProtect-Farbtonausmischungen mit einen Hellbezugswert von ≥ 10 gegeben) entsprechend dem Merkblatt "Total Solar Reflectance" des Industrieverbandes WerkMörtel e.V. einzuhalten. Der TSR-Wert des gewünschten Farbtons kann angefragt werden. Bei HBW < 10 bzw. TSR-Werten < 25 %  auf WDVS ist eine technische Beratung durch den Caparol-Außendienst einzuholen.
Bei der Überarbeitung von Porenbeton-Wandelementen (Wandplatten) mit intakter Porenbetonbeschichtung ist ein TSR-Wert von ≥ 30 % einzuhalten.

Eigenschaften

  • wasserverdünnbar, umweltschonend und geruchsarm
  • wetterbeständig
  • wasserabweisend nach DIN 4108
  • alkaliresistent, daher unverseifbar
  • leicht zu verarbeiten
  • hervorragende Kuppen- und Kanten­abdeckung
  • Muresko ist vor Algen- und Pilzbefall geschützt (verkapselter Filmschutz)

Materialbasis

Siliconharz + Reinacrylatdispersion

Verpackung/Gebindegrößen

  • Sonderton: 12,5 l

Farbtöne

Muresko CoolProtect wird werkseitig im gewünschten dunklen Farbton abgetönt geliefert. Um evtl. Abtönfehler zu erkennen, bitte vor Verarbeitung auf Farbtonexaktheit überprüfen. Auf zusammenhängenden Flächen nur Farbtöne einer Anfertigung (Charge) verwenden. Bei Verwendung von schwach deckenden Farbtönen wie rot, orange, gelb empfehlen wir einen Voranstrich mit Muresko oder CapaGrund Universal im passenden Grundiersystemfarbton. Die entsprechenden Grundiersystemfarbtöne sind über die ColorExpress-Abtöntechnik erhältlich. Evtl. kann ein zweiter Deck­anstrich erforderlich werden.

Farbtonbeständigkeit gemäß BFS-Merkblatt Nr. 26:
Klasse:  B
Gruppe: 1–3, je nach Farbton

Glanzgrad

Matt, G3

Lagerung

Kühl, aber frostfrei.

Technische Daten

Kenndaten nach DIN EN 1062:

Dichte

ca. 1,5 g/cm3

Größtkorn

< 100 µm, S1

Trockenschichtdicke

100–200 µm, E3

Wasserdurch­lässig­keits­rate

(w-Wert): ≤ 0,1[kg/(m2· h0,5)] (niedrig) W3

Wasserdampf­durch­lässig­keit (sd-Wert)

≥ 0,14 – < 1,4 m (mittel), V2
Durch Abtönung sind Abweichungen bei den technischen Kenndaten möglich.

Ergänzungsprodukte

Caparol Trocknungsbeschleuniger
Winteradditiv zur Verarbeitung und Früh­regen­festigkeit von Muresko bei niedrigen Temperaturen von +1 °C bis ca. +10 °C. Verarbeitung, siehe Etikett von Caparol Trocknungsbeschleuniger.

Eignung gemäß Technischer Information Nr. 606 Definition der Einsatzbereiche

innen 1 innen 2 innen 3 außen 1 außen 2
+ +
(–) nicht geeignet / (○) bedingt geeignet / (+) geeignet

Geeignete Untergründe

Die Untergründe müssen frei von Verschmutzungen, trennenden Substanzen und trocken sein. VOB, Teil C, DIN 18363, Abs. 3 beachten.

Untergrundvorbereitung

Neue und bestehende, intakte Wärme­dämm-Verbundsysteme mit Oberflächen aus Kunstharz-, Siliconharz-, Silikat-, Kalk-Zementputz (PII)/Mindestdruckfestigkeit nach DIN EN 998-1 mit mind. 1,5 N/mm²:
WDV-Systeme müssen entsprechend den gültigen Verarbeitungsrichtlinien fachgerecht hergestellt sein und eine funktionsfähige Armierungsschichtdicke von ≥ 4 mm aufweisen. Das Armierungsgewebe muss im oberen Drittel der Armierungsschicht eingebettet liegen. Anschlüsse müssen schlagregendicht und die vorhandene Putzoberfläche intakt und tragfähig sein. Systeme, die diese Mindestanforderungen nicht erfüllen, sind vorab fachgerecht instandzusetzen.
Altputze mit geeigneter Methode nass reinigen. Bei Reinigung mit Druckwasserstrahlen mit einer max. Temperatur von 60 °C und einem Druck von max. 60 bar. Nach der Reinigung ausreichende Trockenzeit einhalten. Beschich­tung mit Muresko CoolProtect entsprechend der vorhandenen Oberputzart nach den nach­folgenden Untergrundangaben ausführen.

Putze der Mörtelgruppen PII und PIII/Mindestdruckfestigkeit nach DIN EN 998-1 mit mind. 1,5 N/mm²:
Neue Putze sind nach ausreichender Standzeit, in der Regel nach 2 Wochen, bei ca. 20 °C und 65 % rel. Luftfeuchtigkeit, beschichtbar. Bei ungünstigeren Wetter­bedingungen, z.B. be­einflusst durch Wind oder Regen, müssen deut­lich längere Standzeiten eingehalten werden. Durch eine zusätzliche Grundbeschichtung mit CapaGrund Universal vermindert sich das Risiko von Kalkausblühungen bei alkalischen Oberputzen der Putzgruppen PII bzw. PIII, so dass bereits nach einer Standzeit von 7 Tagen beschichtet werden kann. Alte Putze: Nachputzstellen müssen gut ab­gebunden und ausgetrocknet sein. Auf grob porösen, saugenden, leicht sandenden Putzen ein Grundanstrich mit OptiGrund. Auf stark sandenden, mehlenden Putzen ein Grundanstrich mit Dupa-grund bzw. auf WDVS mit PS-Platten mit AmphiSilan Putz­festiger.

Alte Silikat-Farben und -Putze:
Festhaftende Beschichtungen mechanisch oder durch Druckwasserstrahlen unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften reinigen. Ein Grundanstrich mit CapaGrund Universal.
Nicht festhaftende, verwitterte Beschichtungen durch Abschaben, Abschleifen, Abkratzen entfernen. Ein Grundanstrich mit AmphiSilan Putzfestiger.

Porenbeton mit tragfähiger Altbeschichtung:
Intakte Flächen reinigen. Ein Grundanstrich mit CapaGrund Universal. Bei nicht intakten Porenbetonbeschichtungen verweisen wir auf das Disbon-Bautenschutz-Programm.

Tragfähige Dispersions­farben-Beschichtungen:
Verschmutzte, kreidende Altanstriche durch Druckwasserstrahlen unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften reinigen. Ein Grund­anstrich mit CapaGrund Universal.
Bei anderer Reinigungsart (abwaschen, ab­bürsten, ab­spritzen) ein Grundanstrich mit Dupa-grund bzw. auf Polystyrol-Dämmplatten mit AmphiSilan Putzfestiger.

Tragfähige Kunstharz- oder Siliconharzputz-Beschichtun­gen:
Alte Putze mit geeigneter Methode reinigen. Bei Nassreinigung die Flächen vor der Weiter­­behand­lung gut durchtrocknen lassen. 

Nicht tragfähige, mineralische Anstriche:
Restlos entfernen durch Abschleifen, Ab­­­bür­sten, Abschaben, Druckwasserstrahlen unter Beach­tung der gesetzlichen Vorschriften oder andere geeignete Maßnahmen. Bei Nass­­reini­gung die Flächen vor der Weiter­behand­lung gut durch­trocknen lassen. Grund­anstrich mit Dupa-grund bzw. AmphiSilan Putzfestiger.

Nicht tragfähige Dispersionsfarben- oder Kunstharzputz-Beschichtungen:
Restlos entfernen mit geeigneter Methode, z.B. mechanisch oder durch Abbeizen und Nach­reinigen durch Druckwasser­strahlen unter Beachtung der gesetzlichen Vor­­­schriften. Auf schwach saugenden bzw. glatten Flächen ein Grundanstrich mit CapaGrund Universal. Auf mehlenden, sandenden, saugenden Flächen ein Grundanstrich mit Dupa-grund bzw. AmphiSilan Putzfestiger.

Durch Industrieabgase oder Ruß verschmutzte Flächen:
Mit der wasserfreien Fassadenfarbe Duparol ­beschichten.

Rissige Putz- oder Betonflächen:
Mit PermaSilan oder Cap-elast beschichten.

Flächen mit Salzausblühungen:
Salzausblühungen trocken durch Abbürsten ­entfernen. Ein Grundanstrich mit Dupa-grund bzw. AmphiSilan Putzfestiger. Beim Beschichten von Flächen mit Salz­aus­blühungen kann für die dauerhafte Haftung der Beschichtung bzw. die Unterbindung der Salz­ausblühungen keine Gewähr über­nommen werden.

Fehlstellen:
Kleine Fehlstellen mit Caparol Fassaden-Fein­­­­spachtel ausbessern. Große Fehlstellen bis 20 mm sind vorzugsweise mit Histolith-Reno­vierspachtel zu reparieren. Spachtel­stellen nach­­­­­grundieren.

Auftragsverfahren

Zu verarbeiten mit Pinsel oder Rolle.

Beschichtungsaufbau

Pilz- bzw. Algenbelag durch Nassstrahlen unter Beachtung der gesetzlichen Vor­schrif­ten ent­fernen. Flächen mit Capatox bzw. FungiGrund durch­waschen und gut trocknen lassen.

Grund- bzw. Zwischenanstrich:
Muresko CoolProtect, mit maxi­mal 10 % Wasser verdünnt. Durch Bei­mischung von max. 10 % AmphiSilan-Tiefgrund kann als Überholungsbeschichtung in den meisten Fällen auf eine zusätz­liche Grund­be­schich­tung verzichtet werden.

Schlussanstrich:
Muresko CoolProtect, mit maximal 5 % Wasser verdünnt. Zur Strukturerhaltung auf Rauputzflächen den Grundanstrich mit max. 15 – 20 % und den Deck­anstrich mit max. 10 % Wasser ver­dünnen.

Verbrauch

Ca. 200 ml/m2 pro Arbeitsgang auf glattem Untergrund. Auf rauen Flächen ist der exakte Verbrauch durch Probebeschichtung zu ermitteln.

Um einen bestmöglichen Schutz vor Algen- und Pilzbefall zu erzielen ist es notwendig einen zweimaligen Anstrich mit insgesamt mind. 400ml/m² auszuführen, um auf eine Schichtdicke im Mittel von mind. 200 µm zu kommen. Jeder weitere Anstrich erhöht, bei einem Verbrauch von mind. 200ml/m² pro Anstrich, die Schichtdicke um weitere ca. 100 µm. Auf rauen Flächen sind die Verbräuche entsprechend höher.

Verarbeitungsbedingungen

Untere Temperaturgrenze bei der Verarbeitung und Trocknung:
+5 °C für Untergrund und Umluft

Trocknung/Trockenzeit

Bei +20 °C und 65 % rel. Luftfeuchte nach 4 – 6 Stunden oberflächentrocken und über­streichbar. Durchgetrocknet und belastbar nach ca. 3 Tagen.
Bei niedrigerer Temperatur und höherer Luft­feuchte verlängern sich diese Zeiten.

Werkzeugreinigung

Arbeitsgeräte nach dem Gebrauch mit Wasser reinigen.

Hinweis

Zur Vermeidung von Ansätzen nass-in-nass in einem Zug beschichten und fachgerecht in einer Richtung gleichmäßig nachrollen. Nicht geeignet für waagerechte Flächen mit Wasserbelastung. 

Bei Fassadenflächen, die unter speziellen Objekt­bedingungen oder durch natürliche Witte­rungs­einflüsse stärker als üblich feuchte­­­­belastet werden, besteht ein er­höh­tes Risiko der Pilz- und Algenbildung. 

Muresko CoolProtect ist mit einem Film­schutz aus­ge­rüstet. Dieser Film­schutz schützt das Mate­rial langanhaltend, zeitlich begrenzt vor einem Befall, dessen Wirksamkeitsdauer von Objektbedingungen, wie z.B. der Stärke des Befalls und der Feuchtebelastung, ab­hängt. Deshalb ist ein dauerhaftes Verhindern von Algen- und Pilz­befall nicht möglich. Zur Untergrundvorbehandlung bei algen- und pilzbefallenen Flächen kann nach erfolgter Reinigung FungiGrund anstatt OptiGrund eingesetzt werden.

Bei dunklen Farbtönen kann eine mecha­ni­sche Beanspruchung zu hellen Streifen (Schreibeffekt) führen. Dieses ist eine produkt­spezifische Eigenschaft aller matten Fassaden­farben. 

Bei dichten, kühlen Untergründen oder bei witte­rungsbedingter Trocknungsverzögerung können durch Feuchtebelastung (Regen, Tau, Nebel) Hilfs­stoffe an der Oberfläche der Beschichtung gelb­lich/transparente, leicht glänzende und ­klebrige Ablaufspuren entstehen. Diese Hilfsstoffe sind wasserlöslich und werden mit ausreichend Wasser z.B. nach mehrmaligen stärkeren Regen­fällen selbständig entfernt. Die Qualität der getrockneten Beschichtung wird dadurch nicht nachteilig beeinflusst. Sollte trotzdem eine direkte Überarbeitung erfolgen, so sind die Läufer/Hilfsstoffe vorzunässen und nach kurzer Einwirkzeit restlos abzuwaschen. Eine zusätzliche Grundierung mit CapaGrund Universal ist auszu­führen. Bei Ausführung der Beschichtung unter geeigneten klimatischen Bedingungen treten diese Ablaufspuren nicht auf.

Abzeichnungen von Ausbesserungen in der Fläche hängen von vielen Faktoren ab und sind daher unvermeidbar (BFS-Merkblatt 25).

Bei WDVS ist ein TSR-Wert von ≥ 25 %, bei Porenbeton-Wandelementen mit intakter Porenbetonbeschichtung ≥ 30 % und bei allen anderen hochdämmenden Materialien die Angabe (HBW/TSR) des jeweiligen Herstellers einzuhalten.

Bitte beachten (Stand bei Drucklegung)

Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung oder Etikett vorzeigen, da die Darmflora gestört werden kann. Reste nicht in die Kanalisation/Gewässer oder ins Erdreich gelangen lassen. Bei Schleifarbeiten Staubfilter P2 verwenden. Während der Verarbeitung und Trocknung für gründliche Belüftung sorgen. Essen, Trinken und Rauchen während des Gebrauchs des Produktes ist zu vermeiden. Bei Berührung mit den Augen oder der Haut sofort gründlich mit Wasser abspülen. Nur im Streich- oder Rollauftrag verarbeiten. Nähere Angaben: Siehe Sicherheitsdatenblatt.

Enthält: 1,2-Benzisothiazol-3(2H)-on, 2-Methyl-2H-isothiazol-3-on. Kann allergische Reaktionen hervorrufen. Beratung für Allergiker: Hotline 0180 / 530 89 28 (0,14 €/ Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/ Min).

Dieses Produkt ist eine „Behandelte Ware" nach EU-Verordnung 528/2012 (kein Biozid-Produkt) und enthält folgende biozide Wirkstoffe: Terbutryn (CAS-Nr. 886-50-0), 2-Octyl-2H-isothiazol-3-on (CAS-Nr. 26530-20-1) Carbendazim (CAS-Nr. 10605-21-7), Isoproturon (CAS-Nr. 34123-59-6).



Entsorgung

Nur restentleertes Gebinde zum Recycling geben. Flüssige Materialreste bei der Sammelstelle für Altfarben/Altlacke abgeben, eingetrocknete Materialreste als Bau- und Abbruchabfälle oder als Siedlungsabfälle bzw. Hausmüll entsorgen.

EU-Grenzwert für den VOC-Gehalt

dieses Produktes (Kat. A/c): 40 g/l (2010). Dieses Produkt enthält max. 40 g/l VOC.

Produkt-Code Farben und Lacke

M-SF01F

Deklaration der Inhaltsstoffe

Polyacrylatharz/Polysiloxan, Titandioxid, Calciumcarbonat, Silikate, Wasser, Filmbildehilfsmittel, Additive, Konservierungsmittel (Methylisothiazolinon, Benzisothiazolinon), Filmschutzmittel (Octylisothiazolinon, Isoproturon, Terbutryn, Carbendazim)

Technische Beratung

Alle in der Praxis vorkommenden Untergründe und deren anstrichtechnische Behandlung können in dieser Druckschrift nicht abge­han­delt werden.
Sollen Untergründe bearbeitet werden, die in dieser Technischen Information nicht auf­geführt sind, ist es erforderlich, mit uns oder unseren Außendienst­mit­arbeitern Rück­sprache zu halten. Wir sind gerne bereit, Sie detailliert und objektbezogen zu beraten.

KundenServiceCenter

Tel.: 0 61 54 / 71 - 717 10
Fax: 0 61 54 / 71 - 717 11
E-Mail:  kundenservicecenter@caparol.de