Capatect-Capapor-Fassadenprofile 121/010-019

Profile und Elemente aus Leichtbaustoff für die Fassaden- und Innenraumgestaltung

Verwendungszweck

Profile und Bossen als Gestaltungs­elemente:
Für Neubauten, um besondere Akzente zu setzen und die Architektur der Fassadengestaltung bewußt zu unterstreichen.
Bei Altbauten, um eintönige Fassadenflächen gestalte­risch aufzuwerten.
Zur Rekonstruktion renovierungsbedürftiger Stilelemente an historischen Fassaden.
Für Innenräume.

Funktion

Capapor-Fassadenprofile werden üblicherweise ausschließlich auf dem Untergrund geklebt. Für großformatige Standard- oder Sonderprofile kann auf Bestellung eine zusätzliche Verlegehilfe (Konsolenleiste) bereitgestellt werden.

Capapor-Profile übernehmen keine statischen Funktionen. Die Stand­festigkeit des Verlegeuntergrundes ist bauseits sicher­zustellen. Die hier beschriebenen Verlegeverfahren sind für Capapor-Standard­profile bei fach­gerechter Aus­führung auf geeignetem Untergrund statisch sicher. Bei sehr großen Sonder­profilen sind gegebenen­falls objekt­spezifische zusätzliche ­Be­festigungs­­­­­­­elemente/Befestigungsmaßnahmen vorzusehen.

Alle Profile mit einer Ausladung > 2 cm weisen in der horizontalen oberen Fläche ein Gefälle von 6° auf, um eine einwand­freie Wasserführung sicher­­zu­stellen. Die Unterseite weist eine Tropf­kante aus, sofern sie bei gege­bener Profildicke mach­­bar ist. (Von diesen Regeln ab­weichende Wünsche können realisiert werden. Ein ggf. ­hierdurch ­auftretendes Risiko für die dauerhafte Funktion über­nimmt in ­diesem Fall der Planer/Auftrag­geber.)

Wie bei traditionellen Fassaden­-profilen sind bei Capapor-Profilen, die dem Wetter ausgesetzt sind und Aus­­ladungen > 15 cm aufweisen, Ab­deck­ungen, z. B. Blech­­verwahrungen entsprechend den „Fach­regeln für Metallarbeiten im Dach­decker­handwerk" vorzusehen (siehe Kasten S. 2). Die Funktions­­­­­­­­­­­­­­­fähigkeit dieses Wetter­schutzes ist sicherzustellen.

Eigenschaften

  • hohe mechanische Widerstands­­fähigkeit
  • nahezu unbegrenzten Gestaltungs­spielraum durch Standardformen und auftragsbezogene Sondertypen
  • hervorragende optische und technische Qualität
  • Brandverhalten B1
  • farbig überarbeitbar mit Caparol AmphiSilan oder ThermoSan
  • leichte Verklebung mit Capatect-Profilkleber 121/109

Farbtöne

grau

Lagerung

Liegend auf ebener Fläche.
Nicht werfen, Bruchgefahr.

Lieferprogramm

Das Sortiment umfaßt gemäß Tabelle verschiedene Standard­formen für:

  • Rahmenprofile für Fenster- und Türeinfassungen sowie Innenräume
  • Gurt- und Gesimsprofile
  • Fensterbankprofile
  • Konsolen für die Kombination mit Fensterbänken
  • Schlußsteine für Fenstersturz-Gestaltung
  • Bossen für Flächen- und Eckgestaltung

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der individuellen Sonderanfertigung nach Maß.


Mögliche Sonderanfertigungen:
Abwandlungen vorhandener Profilie­rungen (erweiterter Standard)
neue Profil-Kreationen
Bögen
Stützen
Säulen
Gesimszahnleisten
Ornamente
Fensterbankprofile als Fixmaß mit seit­licher Profilierung

Die Realisierbarkeit von Sonderanfertigun­gen ist im Einzelfall abzustimmen. Das genaue Aufmaß vor Ort ist die Grundlage für eine korrekte Bestellung und fehlerfreie Lieferung. Bei Sonde­r­profilen bitte die vorgedruckten Formulare mit Hinweisen zur Bemaßung verwenden! Keine Maßskizze per Fax! Sonderprofile werden vor Auftragsannahme graphisch  mit Bemaßung umgesetzt und müssen vom Auftraggeber unterzeichnet/freigegeben werden.
Anleitung zum Aufmaß in der Verarbei­tungs­­anleitung beachten!

Geeignete Untergründe

Capapor-Fassadenprofile können auf allen tragfähigen und klebegeeigneten Unter­gründen befestigt werden (Mauer­werk, Be­ton, Putz, Wärmedämm-Ver­bundsysteme).
Der Untergrund muß eben, sauber, trocken fest und frei von trennenden Sub­stan­zen sein.
Alle Klebeflächen, insbesondere Stoß­flächen, sind sorgsam zu entstauben.

Verarbeitungsbedingungen

Verarbeitungstemperatur:
Während der Verarbeitung und in der Trocknungsphase dürfen die Umgebungs- und Untergrundtemperaturen nicht unter +5 °C absinken. Nicht auf durch Sonne aufgeheizte Flächen sowie bei Regen oder bei starkem Wind arbeiten.

Trocknung/Trockenzeit

Bei 20 °C und 65 % relativer Luftfeuch­tig­keit je nach Auftragsdicke ca. 12–24 Std.
Bei niedrigerer Temperatur und höherer Luftfeuchte verlängern sich diese Zeiten.

Werkzeugreinigung

Mit Klebemasse behaftete Werkzeuge und Arbeitsgeräte sofort nach Gebrauch mit Wasser reinigen.

Anstrich

Die Profile müssen als Endbeschichtung einen zweifachen Schlußanstrich mit Caparol AmphiSilan oder ThermoSan erhalten. Bei Verwendung von Fremdfabrikaten erlischt die Gewähr­leistung.

Montage

Auf dem Untergrund sowie auf den Rückseiten und Schnittflächen der Profile Capatect-Profilkleber 121/109 im Zahn­bett-Verfahren (Floating-Buttering-Verfahren) auftragen.
Profile nach Verlegeplan ­ver­legen, mit Richtlatte fest andrücken und falls erforderlich gegen Verrutschen sichern. Großformatige Fassadenprofile können zur besseren Ausrichtung mittels Konsolenleiste befestigt werden. Wandseitig besitzen diese Profile auf Bestellung eine entsprechende Aussparung. Mit Wasserwaage und Schnurschlag Oberkante exakt festlegen.

Capatect-Profilkleber 121/109 im Zahn­bett-Verfahren (Floating-Buttering-Verfahren) auftragen, ankleben und aushärten lassen.
Nach der Aushärtung des Kebers die Konsolleiste mit 2-3 Capatect Dekorprofildübel 677 / Leiste im trag­fähigen Mauerwerk verankern (Rand­abstand ca. 10 cm). Mit Forstner-Bohrer (NW 20 mm) ca. 5 mm tief vorbohren.
Bohr­loch (NW 10 mm) zentrisch ein­brin­gen, Dübel einsetzen und mittels Torx-Bit T40 die Schraube einbringen. Schlagdübel sind nicht geeignet! Profil rückseitig sowie die Verlegefläche mittels Zahnkelle mit Kleber belegen (Floating-Buttering-Verfahren).

Achtung: Innerhalb der Aussparung spar­samer Kleberauftrag! Profil auf Konsole aufsetzen und andrücken. Seitlich aus­tretenden Kleber entfernen. Nahtstelle mit feuchtem Pinsel glättend verschließen.

- Eine zusätzliche mechanische Befestigung wird üblicherweise notwendig, wenn das Verhältnis Profil-Höhe : Profil-Ausladung kleiner 2  ist oder die Ausladung der Capapor- Fassadenprofile > 15 cm ist.

- Die zusätzliche Befestigung der Capapor-Fassadenprofile mit den Capapor-Schraubdübeln (i. d. R. 2 Dübel/ Profil) sollte im oberen Drittel der Profile erfolgen. Je nach  Profilgeometrie kann die Anordnung der Dübel allerdings variieren (z. B. mittige Anordnung).

- Mit dem Capapor-Schraubdübel kann untergrundabhängig (Altputz, Kleberdicke etc.) eine Dämmstoffdicke bis max. 17 cm überbrückt werden. Sollten stärkere Dämmstoffdicken zum Einsatz kommen, sind alternative Befestigungsmöglichkeiten wie z. B. Befestigung mittels Gewindestangen zu prüfen.


Fensterbänke:

Horizontalflächen von Fenstergesimsen mit geeigneten Fensterbänken regendicht abdecken in Anlehnung an die „Fach­regeln für Metallarbeiten im Dachdecker­handwerk". Alternative Ausführung mit Capapor-Fensterbankprofilen auch ohne die angeführte Horizontalabdeckung ist mit entsprechendem Systemaufbau möglich. Hierzu ist die aktuelle Ausgabe der Capapor-Verarbeitungsanleitung zu beachten.

Bossen:
Bei der flächigen Verlegung von Bossensteine muss min. alle 6,75 m horizontal und vertikal eine elastische Fuge mit Disbothan 235 ausgebildet werden. Die Anordnung der Fugen ist objektabhängig und vor der Verlegung festzulegen. Im Bereich von Fassadenöffnungen wird grundsätzlich eine elastische Fugenanordnung empfohlen, da hier bei kraftschlüssiger Verklebung Rissgefahr besteht. Es wird nicht empfohlen Profile mittels „Ausklinkung" über die Eckbereiche von Öffnungen hinweg zu verlegen.

 

Montage, Befestigung, Zuschnitt

Profile präzise zuschneiden. Gehrungs­sägen oder winkelgeführte Bogensägen (bei größeren Profilen) verwenden.
Bewährt haben sich hartmetallbestückte Sägeblätter.
Schnittflächen ggf. mit Schleifpapier nach­arbeiten und sorgfältig entstauben.

Stoßausbildung

Profilstöße werden üblicherweise als sicht­bare Stoßfuge ausgebildet. Stoß­kanten leicht mit Schleifpapier anfasen.
Gebäude­­umlaufende Profile, z. B. Gesims­profile, benötigen mindestens alle 6,75 m und an den Gebäudeecken eine Bewegungsfuge. In diesen Bereichen werden die Profile nicht dicht gestoßen, sondern im Floating-Buttering-Verfahren auf 1 cm Abstand verklebt. Auf gleich­mäßige Fugen­anordnung achten.

An den Seiten austretenden Kleber entfernen und mit einem angefeuchteten Pinsel bestreichen. Stoßfugen frühestens 24 Stunden nach der Verklebung mit Capatect Füllschaum B1 ausschäumen. Nach Erhärtung des Füllschaums werden die Fugen ca. 1 cm tief ausgekratzt und mit Disbothan 235 verfugt.

Abdichten / Anstrich

Profile ohne Verblechung (vgl. III) über der oberen Klebefuge zusätzlich mit ­elas­ti­schen Fugendichtstoff abdichten.
Fugen­dichtstoff: Disbothan 235.

Profile 2 mal mit AmphiSilan- oder ThermoSan Fassadenfarbe streichen.

Entsorgung

Zuschnittreste sind nach EAK 170904 (gemischte Bau- und Abbruchabfälle) zu entsorgen.

Fachregel für Metallarbeiten im Dachdeckerhandwerk

„Fachregeln für Metallarbeiten im Dach­deckerhandwerk", Kapitel 8. Abdeckungs­­arten, aufgestellt und herausgegeben vom Zentralverband des Deutschen Dach­decker­handwerks – Fachverband Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik – e.V., Rudolf Müller Verlag, Köln. Außerhalb Deutschlands gelten die vergleichbaren, nationalen Regelwerke; sofern zum Thema keine nationalen Regel­­­­­werke existieren, gelten die deutschen Bestimmungen (Auszug):

8 Abdeckungen


8.1 Allgemeines

Abdeckungen werden angewendet als
Mauerabdeckungen,
Attikaabdeckungen,
Dachrandabdeckungen,
Gesimsabdeckungen,
Fensterbankabdeckungen u.ä.
Zur Anwendung kommen vorgefertigte oder handwerklich hergestellte Profile. Ab­deckungen sollten ein ausreichendes Gefälle aufweisen. Bei Attika- und Dach­rand­abdeckungen muß das Gefälle zur Dachseite hin weisen. Es wird empfohlen, die dachabgewandte Seite mit einer Auf­kantung zu versehen. Gesims- und Fenster­bankabdeckungen vom Gebäude weg weisend. Die Überstände ergeben sich aus Abschnitten 6.3.1 (3) und (4). Die Ab­deckungen erhalten an den Enden Kopf­stücke oder Maueranschlußstücke. Verunreinigungen durch abtropfendes Wasser sind nicht gänzlich zu vermeiden.

8.2    Abdeckungsarten

(1) Bei selbsttragenden Profilen ist der Nachweis der Standsicherheit zu erbringen (z.B. durch Herstellerangaben, statische Berechnungen). Empfehlungen für die Mindestblechdicke können Tabelle 2 ent­nommen werden. Die Befestigung erfolgt indirekt verdeckt mit mindestens korrosionsgeschützten Befestigungsmitteln. Die Anzahl bzw. der Abstand der Befestigungen richtet sich nach dem oben genannten Nachweis der Standsicherheit. Die Nahtverbindungen erfolgen werkstoffgerecht nach Kapitel 3.1. Temperaturbedingte Längenänderungen sind zu beachten. Der erforderliche Abstand für den Dehnungsausgleich ist Tabelle 6 zu entnehmen. Geeignet sind Dehnungs­aus­gleicher mit oder ohne Abdeckstreifen.

(2) Nicht selbsttragende Abdeckungen werden auf flächiger Unterkonstruktion ver­legt. Auf Mauerwerk oder Beton wird die Verwendung einer Trennschicht (siehe Kapitel 2.6) empfohlen. Die Metalldicke ist der Tabelle 2 zu entnehmen. Die Befestigung erfolgt indirekt durch korrosionsgeschützte Hafte, Vorstoßbleche, Haftstreifen u.a. mit geeigneten Schrauben/Nägeln/Stiften auf der Unterkonstruktion. In Ausnahme­fällen kann bei Kleinflächen eine direkte Befestigung (siehe Abschnitt 3.4.1) erfolgen. Der Abstand der Hafte, Anzahl und Art der Befestigung richten sich nach dem Bauteil, der Gebäudehöhe und den Windlastan­nahmen. Auf geeignetem Untergrund sind auch Klebebefestigungen möglich.
Die Nahtverbindungen erfolgen werkstoff­gerecht nach Kapitel 3.2. Geeignet sind (siehe Abb. 7, 8):
einfacher Liegefalz,
einfacher Liegefalz mit Zusatzfalz,
Aufkantung mit Abdeckleiste,
Steh- und Doppelstehfalz.
Temperaturbedingte Längenänderungen sind zu beachten. Der erforderliche Abstand der Dehnungsausgleicher ist Tabelle 6 zu entnehmen.

KundenServiceCenter

Tel.: 0 61 54 / 71 - 717 10
Fax: 0 61 54 / 71 - 717 11
E-Mail:  kundenservicecenter@caparol.de

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