Capatect Sylitol-Fassadenputz

Silikatgebundene Strukturputze für außen, verarbeitungsfertig

Verwendungszweck

Verarbeitungsfertige, strukturierbare Silikat­putze. Einsetzbar als Endbeschichtung für:
Capatect-WDV-System B
Capatect-WDV-System Natur+
Unter­putze der Mörtelgruppe PIc, PII + PIII nach DIN V 18550/DIN EN 998-1
Tragfähige mineralische Beschichtungen

Ungeeignet sind Untergründe mit Lack­­anstrichen oder Salzausblühungen, sowie Untergründe aus Kunststoff oder Holz.

Eigenschaften

  • schwerentflammbar B1 – DIN 4102
  • hoch wasserdampfdurchlässig
  • witterungsbeständig, wasserabweisend nach DIN 4108
  • geschmeidige Verarbeitung
  • umweltfreundlich, geruchsarm
  • Bindemittelbasis: Kaliwasserglas mit geringen organischen Zusätzen
  • nicht quellbar
  • nicht gilbend
  • nicht thermoplastisch
  • hoher Weißgrad
  • spannungsarm

Verpackung/Gebindegrößen

25 kg Eimer

Farbtöne

Weiß

Werkseitige Einfärbung gemäß der Farbtonkarte CaparolColor oder dem Caparol 3D System ist möglich.
Für maschinelle Einfärbung mit Dosier­anlagen von ColorExpress geeignet.

Weitere Sondertöne mit Hellbezugswert > 20 auf Anfrage. (Hellbezugswert < 20 ist nicht geeignet für WDV-Systeme). Die Abtönung von Kleinmengen ist durch Zugabe von Sylitol-Volltonfarbe möglich. Keinesfalls mehr als 2–3 % zusetzen, da sonst die Konsistenz zu dünnflüssig wird.

Werden aus gestalterischen Gründen intensivere Farbtöne mit Hellbezugswert < 20 gewünscht, sind diese durch Überstreichen mit Sylitol-Finish 130 zu erstellen (Hellbezugswert < 20 nicht geeignet für WDVS).
Eingefärbte Sylitol-Fassadenputze können aufgrund der chemischen Abbindung in Witterungsabhängigkeit gegebenenfalls wolkig auf­trocknen. Dies stellt keinen technisch-funktionellen Mangel dar und kann nicht beanstandet werden. Um Farbungleichmäßigkeiten zu vermeiden, sind eingefärbte Putzflächen zusätzlich mit Sylitol-Finish 130 im Putz­farbton zu überarbeiten.

Glanzgrad

Matt

Lagerung

Kühl, trocken und frostfrei.
Vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.
Bei Siloware: Container und Silos vor längeren Stillstandszeiten (Winterpause) restlos entleeren.

Wasseraufnahmekoeffizient

w2 mittel < 0,15 kg/(m2 · h0,5) nach DIN EN 1062-3

Konsistenz

pastös

Wasserdampf­durch­lässig­keit (sd-Wert)

V1 hoch < 0,14 m DIN EN ISO 7783-2

Produkt-Nr.

120

Untergrundvorbereitung

Der Untergrund muß eben, sauber, trocken, fest, tragfähig und frei von tren­nenden Substanzen sein.
VOB, Teil C, DIN 18 363, Abs. 3 beachten.

Lack- Dispersionsfarben- oder Kunstharzputzbeschichtungen sowie nicht tragfähige mineralische Anstriche sind restlos zu entfernen.
Festhaftende mineralische Anstriche trocken oder naß reinigen. Schimmel-, moos, oder algenbefallene Flächen mittels Druckwasserstrahlen unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften reinigen. Mit Capatox durchwaschen und die Flächen gut trocknen lassen.

Durch Industrieabgase oder Ruß verschmutzte Flächen mittels Druckwasserstrahlen mit Zusatz geeigneter Reinigungsmittel und unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften reinigen. Nach Ausbessern von Rissen und Schadflächen mit geeignetem Material ist nach Erhärtung und Trocknung eine Fluatierung und eine Nachwaschung vorzunehmen.
Bei größeren Putzausbesserungen die gesamte Fläche (Alt- und Neuputz) fluatieren und nachwaschen.

Auftragsverfahren

Den Putz mit einer Edelstahlkelle oder mit einer geeigneten Feinputz-Spritz­maschine vollflächig auftragen und auf Körnung ab­ziehen.
Unmittelbar danach mit einer Kunst­stoff­traufel oder mit einem PU-Brett Kratz­putze gleichmäßig rund abscheiben, die Reibeputze wahlweise waagerecht, senk­recht oder rund strukturieren.
Die Wahl des Werkzeuges beeinflußt das Rauhigkeitsprofil der Oberfläche, des­­­halb stets mit gleichen Struktur­scheiben ar­bei­ten.

Beim Spritzauftrag ist die zu wählende Düse abhängig von der Korngröße.
Der Arbeitsdruck sollte 0,3–0,4 MPa (3–4 bar) betragen. Beim Spritzauftrag ist besonders sorg­fältig darauf zu achten, daß ein gleichmäßiger Materialauftrag erfolgt und Überlappungen an den Gerüstlagen vermieden werden.
Zur Erzielung einer gleichmäßigen Struktur sollten zusammenhängende Flächen stets vom gleichen Handwerker ausgeführt werden, um Struktur-Abweichungen durch unterschiedliche „Handschriften" zu ver­meiden.

Zur Vermeidung von Ansätzen ist eine genügende Anzahl von Mitarbeitern auf jeder Gerüstlage einzusetzen und naß in naß zügig durchzuarbeiten.
Durch die Verwendung von natürlichen Füllstoffen und Granulaten sind geringe Farbtonschwankungen möglich. Deshalb auf zusammenhängenden Flächen nur Material gleicher Produktionsnummern verarbeiten oder Material unterschied­licher Produktionsnummern vorher untereinander mischen.

Beschichtungsaufbau

Grund- bzw. Zwischenanstriche müssen vor der weiteren Überarbeitung trocken sein.

Capatect-WDVS
Neue mineralische Unterputze (Armie­rungs­massen):
Kein Grundanstrich erforderlich.
Durch längere Standzeit (z. B. Über­winterung) angewitterte Armierungs­schichten mit Putzgrund 610 grundieren.

Neue zementfreie Armierungsmassen:

Grundanstrich mit Putzgrund 610. 

Unterputze der Mörtelgruppe PIc, PII und PIII
Neue Putze:
2–4 Wochen unbehandelt stehen lassen.
Grundanstrich mit Sylitol-Minera.

Putzoberfläche grob porös, sandend, saugend:

Grundanstrich mit Sylitol-Konzentrat 111, 2 : 1 mit Wasser verdünnt.
Zwischenanstrich mit Sylitol-Minera. 

Mineralische Beschichtungen
Festhaftende Anstriche:
Trocken oder naß reinigen.
Grundanstrich mit Sylitol-Minera.

Nach Entfernung nicht festhaftender Anstriche:

Grundanstrich mit Sylitol-Konzentrat 111, 2 : 1 mit Wasser verdünnt.
Zwischenanstrich mit Sylitol-Minera.

Verbrauch

Produkt Struktur Körnung
(mm)
ca. Verbrauch
(kg/m2)
Sylitol-Fassadenputz R20 Reibeputz-Struktur 2,0 2,5
Sylitol-Fassadenputz R30 Reibeputz-Struktur 3,0 3,7
Sylitol-Fassadenputz K15 Kratzputz-Struktur 1,5 2,4
Sylitol-Fassadenputz K20 Kratzputz-Struktur 2,0 3,0
Sylitol-Fassadenputz K30 Kratzputz-Struktur 3,0 3,7

Bei den Verbrauchsangaben handelt es sich um Richtwerte ohne Schütt- und Schwund­­verlust. Objektabhängige oder verarbeitungsbedingte Abweichungen sind zu berücksichtigen.

Verarbeitungsbedingungen

Verarbeitungstemperatur:
Während der Verarbeitung- und in der Trocknungsphase dürfen die Umgebungs- und Untergrundtemperaturen nicht unter +8 °C und über +30 °C liegen.
Nicht unter direkter Sonneneinwirkung, bei starkem Wind, Nebel oder hoher Luftfeuchtigkeit verarbeiten.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auf das Merkblatt "Verputzen bei hohen und tiefen Temperaturen" vom Deutschen Stuckgewerbebund.

Trocknung/Trockenzeit

Neue Putze sind nach ausreichender Standzeit, in der Regel nach 2 Wochen, bei ca. 20 °C und 65 % rel. Luftfeuchtigkeit, beschichtbar. Bei ungünstigeren Wetterbedingungen, z.B. beeinflußt durch Wind oder Regen, müssen deutlich längere Standzeiten eingehalten werden.

Durch eine zusätzliche Grundbeschich­tung mit CapaGrund Universal vermindert sich das Risiko von Ausblühungen, so daß bereits nach einer Standzeit von 7 Tagen der Oberputzbeschichtet werden kann.
Der Putz trocknet durch chemische Reaktion und physikalisch, d. h. durch Verkieselung mit dem Untergrund und Verdunstung des Anmachwassers. Besonders in der kühlen Jahreszeit und bei hoher Luftfeuchtigkeit ist deshalb eine verzögerte Trocknung gegeben.

Werkzeugreinigung

Sofort nach Gebrauch mit Wasser.

Vorbereiten des Materials

Gebindeinhalt mit einem langsam laufenden Rührwerk gründlich aufrühren. Er­forderlichenfalls zur Konsistenzregulierung mit Sylitol-Konzentrat verdünnen; Zugabe max. 2 %.
Zum Umrühren keine Alumi­nium­quirle verwenden, da sonst die Gefahr der Verfärbung besteht.

Hinweis

Sylitol - Fassadenputz bieten bei normaler Belastung den notwendigen Grundschutz gegen Algen- oder Pilzbefall. Wird ein weitergehender, vorbeugender Schutz gewünscht, ist ein zweifacher Anstrich mit Sylitol NQG-W oder ThermoSan auszuführen.

Bitte beachten (Stand bei Drucklegung)

Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Während der Verarbeitung und Trocknung für gründliche Belüftung sorgen. Essen, Trinken und Rauchen während des Gebrauchs des Produktes ist zu vermeiden. Bei Berührung mit den Augen oder der Haut sofort gründlich mit Wasser abspülen. Nicht in die Kanalisation, Gewässer oder ins Erdreich gelangen lassen. Reinigung der Werkzeuge sofort nach Gebrauch mit Wasser und Seife. Spritz- und Sprühnebel nicht einatmen. Beschichtungsstoff ist stark alkalisch. Haut und Augen sind deshalb vor Farbspritzern zu schützen. Umgebung der Anstrichflächen sorgfältig abdecken. Spritzer auf Lack, Glas, Keramik, Metall, Natursteinen sofort abwaschen.

Sicherheitsdatenblatt auf Anfrage für berufsmäßige Verwender erhältlich.

Entsorgung

Nur restentleerte Gebinde zum Recycling geben. Flüssige Materialreste bei der Sammelstelle für Altfarben/Altlacke abgeben, eingetrocknete Materialreste als Bau- und Abbruchabfälle oder als Siedlungsabfälle bzw. Hausmüll entsorgen. EAK 080112

Sicherheitsbezogene Daten / Gefahren- und Transportkennzeichnung

Siehe Sicherheitsdatenblatt.

Produkt-Code Farben und Lacke

M-SK01

Zulassung

Z-33.41-130
Z-33.42-131
Z-33.43-132
Z-33.47-859
Z-31.1-171
Z-33.84-995
Z-33.49-1071

CE-Kennzeichung

Hinweis zur Leistungserklärung/ CE-Kennzeichnung

Die Kennzeichnung mit dem CE-Zeichen nach EN 998-1 bzw. EN 15824 erfolgt auf dem Gebinde sowie dem Datenblatt zur Leistungserklärung/ CE-Kennzeichnung, das im Internet unter www.caparol.de abgerufen werden kann.

KundenServiceCenter

Tel.: 0 61 54 / 71 17 10
Fax: 0 61 54 / 71 17 11
E-Mail:  kundenservicecenter@caparol.de

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