Capaver Glasgewebe JQ

Unbeschichteter, imprägnierter Design-Wandbelag aus natürlichen Rohstoffen für strapazierbare Innenwände.

Verwendungszweck

Modernste Gestaltung von hoch ­­individuellen und sehr attraktiven Wandoberflächen in Verbindung mit Lasur­t­echniken oder Effektbeschichtungen.

Durch die Variation von Design, Type, Farbton, Glanzgrad und Technik der Beschichtung können mit Capaver Glasgeweben hoch attraktive, wertvolle und individuelle Wandoberflächen erzielt werden. Bei Änderungswunsch von optischem Erscheinungsbild oder neuen Nutzungsanforderungen an Oberflächen können diese einfach, schnell und wirtschaftlich durch bedarfsgerechte Beschichtung realisiert werden.

Eigenschaften

  • Individuelle Designs in Jacquard-Webstruktur
  • Hoch nassbeständig und verarbeitungssicher
  • Verottungsfest
  • Dimensionsstabil
  • Rissüberbrückend

Materialbasis

Jacquard Glasgewebe (JQ) sind aus rein mineralischen Glasfasergarnen hergestellt.

Lieferbare Typen

Bezeichnung Gewebestruktur Gewicht pro m² Rollenmaß Ansatz
Jacquard Modern Web superfein ca. 140 g 25 x ca. 1 m Ansatzfrei
Jacquard All Over fein ca. 150 g 25 x ca. 1 m Ansatzfrei
Jacquard Soft Line superfein ca. 150 g 25 x ca. 1 m Ansatzfrei
Jacquard New Wave fein-mittel ca. 150 g 25 x ca. 1 m Ansatzfrei
 Bei Beachtung des Musteransatzes von Capaver JQ Soft Line/New Wave wird im geraden Ansatz verklebt.

Verpackung/Gebindegrößen

Liefereinheit: Einzelkarton

Lagerung

Capaver Wandbeläge trocken lagern.

Ergänzungsprodukte

  • Capaver CapaColl VK
  • Capaver CapaColl GK
  • Capaver Gewebegrundierung
  • Anstriche aus dem Caparol-Sortiment

Hinweis

Jacquard Glasgewebe (JQ) sind aus Glasfasern mit einem Durchmesser > 5 µm hergestellt und dadurch nicht lungengängig. Trotz höchster Einbindung der Glaspartikel können diese durch Zu­schneiden der Gewebe in sehr begrenztem Umfang frei­gesetzt werden und bei haut­sensiblen Personen Juckreiz hervorrufen, der nach Beendigung der Klebearbeiten abklingt. Grundsätzlich werden nach der Beschich­tung keine Glasfasern mehr frei­gesetzt. Personen, welche sensibel auf Glasfasern reagieren, empfehlen wir während der Tapezierarbeiten entsprechende Schutzvorkehrungen zu treffen.

Die innere Struktur der Garne führt in Verbindung mit einer umweltfreundlichen Appretur zu hoher Nassbeständigkeit, einer ge­schlos­senen Gewebeoberfläche, hoher Geschmeidig­keit und Hautverträglichkeit während der Verarbeitung.

Untergründe

Innenflächen aus mineralischen Putzen der Mörtelgruppe PI, PII und PIII, Gips- und Fertigputze der Mörtelgruppe PIV, Gipskarton, Gipsbauplatten, Betonflächen

Untergrundvorbereitung

Der Untergrund muss fest, trocken, ­trag­fähig, sauber, eben und frei von tren­nen­den Substanzen sein. Dabei VOB, Teil C, DIN 18363, Abs. 3, sowie unsere Tech­nische Information Nr. 650 beachten. Die untere Temperaturgrenze für die Verarbeitung beträgt +5 °C für Luft und Unter­grund.

Bei Flächen mit starker Streiflichtwirkung oder besonderer Beleuchtungssituation kann die Untergrundvorbereitung erhöhten Anforderungen unterliegen. Bitte entsprechende Merkblätter des Bundesverband der Gipsindustrie (BVG) beachten. 

Auftragsverfahren

Klebstoff im Rollenauftrag:

  • CapaColl GK 20 % verdünnt oder CapaColl VK gleichmäßig mit einer 18 mm Florrolle auftragen und je nach örtlichen Temperaturverhältnissen 1–2 Bahnen vorlegen.
  • Achtung! Achten Sie besonders darauf, dass der Kleber möglichst gleichmäßig verteilt ist, da Anhäufungen von Kleber unter dem Gewebe das abschließende Oberflächenbild negativ beeinflussen können.

Klebstoffauftrag in Spritzverarbeitung:

  • Das Spritzverfahren eignet sich nur beim Einsatz von mindestens 3 Personen.
  • CapaColl VK kann mit Airlessgeräten auf die Wand gebracht werden.
  • CapaColl GK sollte hierzu je nach örtlicher Gegebenheit mit 20 % Wasser verdünnt werden.
  • Wichtig! Beim Spritzverfahren ist besonders auf den empfohlenen Materialverbrauch und die gleichmäßige Verteilung zu achten, so dass nicht zuviel Kleber auf den Untergrund gebracht wird.

Tipp! Für detaillierte Informationen zum Spritzen von CapaColl beachten Sie das entsprechende Spritzdatenblatt im Downloadbereich oder in unserem Handbuch der Spritztechnologie.

Klebstoffauftrag mit dem Tapeziergerät:
Capaver Jacquardgewebe ist nicht zur Verarbeitung im Tapeziergerät geeignet.

Einbettung/Verklebung:

  • Zur Vermeidung von Strukturunterschieden niemals gestürzt oder seitenverkehrt verkleben.
  • Für die Jacquard-Gewebe empfehlen wir die Verklebung auf Stoß. Bei den Designs Soft Line und New Wave ist ein gerader Musteransatz zu beachten.
  • Achtung! Die Bahnen müssen im Nahtbereich dicht gestoßen sein. Dies darf aber nicht dazu führen, dass es im Stoßbereich zu einer Aufwölbung und damit einem schlechten Nahtbild kommt.
  • Die verklebten Bahnen werden mit einem Tapezierspachtel vollflächig und blasenfrei an den Untergrund angedrückt. Überstände werden unter Fixierung der Kanten mit dem Tapezierspachtel abgeschnitten.
  • Bei der Verklebung im Bereich von lotrechten Außenecken ist das Gewebe mindestens 10 cm um die Ecke herumzuführen.
  • Bei nicht lotrechten Außenecken ist das Gewebe an der Ecke zu trennen.  Die Ausbildung von Außenecken kann durch den Einsatz von speziellen Kunst­stoff-Eckprofilen (z.B. Protector 3790 oder 3840) erheblich erleichtert werden Die Verklebung erfolgt mit Mon­tage- oder Kontakt­klebern. Die entstandenen Höhe­n­unter­schiede sollten mit Dispersions­spachtel­masse (gips­haltige Spachtelmassen sind nicht geeignet) ausgeglichen werden. Hier empfiehlt sich der Einsatz von Caparol-Akkordspachtel fein bzw. mittel oder AkkordLeichtspachtel. Kunststoffprofile und Spachtelstellen vor dem Tapezieren grundsätzlich mit Caparol-Haftgrund oder Capadecor DecoGrund nachgrundieren.

Beschichtungsaufbau

Zwischenbeschichtung:
Die Zwischenbeschichtung bildet die Basis für eine einwandfreie Schlussbeschichtung. Nach Trocknung des Wandbelages wird die Zwischenbeschichtung passend zur Schlussbeschichtung ausgeführt. Bei nicht füllenden/dünnfilmigen Deckbeschichtungen wie z.B. Latexfarben empfehlen wir die Capaver Gewebegrundierung als füllende Zwischenbeschichtung.

Schlussbeschichtung:
Die Auswahl der geeigneten Schlussbeschichtung richtet sich nach dem geforderten Beanspruchungs- und Glanzgrad. In der unten aufgeführten Tabelle „Beschichtungsaufbau" sind je nach Belastung die geeigneten Werkstoffe aufgeführt. Beschichtungen grundsätzlich nass in nass ausführen. Dies gilt auch für Beschneidebereiche. 

Anspruch Zwischenbeschichtung Schlussbeschichtung Glanzgrad
Material Arbeitsgänge Material Arbeitsgänge
NORMAL CapaTrend
Malerit E.L.F.
Sylitol Bio-Innenfarbe
1 CapaTrend
Malerit E.L.F.
Sylitol Bio-Innenfarbe
1 MATT
NORMAL–
MITTEL
CapaMaXX 
MattLatex
CapaSilan
NespriSilan
1 CapaMaXX 
MattLatex
CapaSilan
NespriSilan
1 MATT
Indeko-plus 1 Indeko-plus 1 MATT
MITTEL–
HOCH
Amphibolin
Latex Samt 10
1 Amphibolin
Latex Samt 10
1 SM
SeidenLatex 1 SeidenLatex 1 SGL
Amphibolin 1–2 je Farbton Metallocryl Interior 2 GL
EffektGrund 1–2 je Farbton CapaGold/CapaSilber 2 SGL
HOCH Premium Clean 1 Premium Clean 1 SM
Latex Satin 20
Latex 201 SG
1 Latex Satin 20
Latex 201 SG
1 SGL
Latex Gloss 60 1 Latex Gloss 60 1 GL
EXTREM Disbopox 447 E.MI
Wasserepoxid
1 Disbopox 447 E.MI
Wasserepoxid
1 SGL

Detaillierte Informationen zu den oben genannten Beschichtungsstoffen entnehmen Sie bitte den jeweiligen Technischen Informationen der einzelnen Produkte.

Produkt Belastbarkeit
CapaTrend 
Malerit E.L.F
Sylitol Bio-Innenfarbe
- Nassabriebklasse 3 nach DIN EN 13300
CapaMaXX 
MattLatex
CapaSilan
NespriSilan
SeidenLatex
- Nassabriebklasse 2 nach DIN EN 13300
- Desinfektionsmittelbeständig gegen wässrige Desinfektionsmittel
Indeko-plus
Amphibolin
Latex Samt 10
Premium Clean
Latex Satin 20
Latex 201 SG
Latex Gloss 60
Metallocryl Interior
CapaGold/CapaSilber
- Nassabriebklasse 1 nach DIN EN 13300
- Desinfektionsmittelbeständig gegen wässrige Desinfektionsmittel
Disbopox 447 E.MI Wasserepoxid - Nassabriebklasse 1 nach DIN EN 13300
- Desinfektionsmittelbeständig gegen wässrige Desinfektionsmittel
- Erhöht kratz- und schlagfest
- Chemiekalienbeständig
- Dekontaminierbar nach DIN 25415

nicht auf Desinfektionsmittelbeständigkeit geprüft

Trocknung/Trockenzeit

Verklebte Bahnen vor Beschichtung durchtrocknen lassen.

Hinweis

Grundsätzlich soll die gekennzeichnete Innenseite einer Rolle zur Wand hin geklebt werden. Die spätere Sichtseite ist auf der Rolle nach außen gewickelt. Zur Vermeidung von Strukturunterschieden niemals auf einer Fläche gestürzt oder seitenverkehrt verkleben.

Capaver-Wandbeläge werden stets vor Verlassen des Werks sorgfältig geprüft. Vereinzelte produktionsbedingte Fehler können vorkommen. Diese sind an den Schnittkanten gekennzeichnet und durch entsprechende Zugaben ausgeglichen. Solche Fehler berechtigen nicht zu einer Reklamation. Gundsätzlich ist während des Zuschneidens/Tapezierens der Bahnen auf Fehlerfreiheit des Wandbelages zu achten. Im Falle von möglichen Reklamationen müssen die Chargen-/Kontrollnummer und Artikelnummer/-bezeichnung bereitgehalten werden. Diese befinden sich auf dem Originalkarton des Wandbelages. Beanstandungen nach erfolgter Verklebung von mehr als 10 Bahnen können nicht anerkannt werden.

Gutachten

Prüfzeugnisse und Gutachten
  • Schwer­­­­entflammbarkeit nach DIN 4102, B1
  • Nichtbrennbarkeit nach DIN 4102, A2
  • Dekontaminierbarkeit im Verbund mit Disbopox 447 E.MI Wasserepoxid

 

Übersicht der Brennbarkeitsklassen in Verbindung mit Capaver Glasgewebe JQ
Beschichtung Brennbarkeitsklasse
CapaTrend A2
Malerit E.L.F. A2
CapaMaXX A2
MattLatex A2
Indeko-plus A2
CapaSilan A2
Sylitol Bio-Innenfarbe A2
Latex Samt 10 A2
Latex Satin 20 A2
Latex Gloss 60 A2
Amphibolin E.L.F. A2
Nespri®Silan B1
SeidenLatex B1
SG201 B1
Premium Clean B1
Disbopox 447 E.MI Wasserepoxid B1

Alle Prüfzeugnisse und Gutachten können unter www.caparol.de im Downloadbereich des jeweiligen Produktes heruntergeladen werden.

Entsorgung

Capaver Glasgewebe und Vliese können als Baustellenabfall entsorgt werden.

Technische Beratung

Alle in der Praxis vorkommenden Untergründe und deren anstrichtechnische Behandlung können in dieser Druckschrift nicht abgehandelt werden. Sollen Untergründe bearbeitet werden, die in dieser Technischen Information nicht aufgeführt sind, ist es erforderlich, mit uns oder unseren Außendienstmitarbeitern Rücksprache zu halten. Wir sind gerne bereit, Sie detailliert und objektbezogen zu beraten.

KundenServiceCenter

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