Unsere Referenzen auf einen Blick
1 2 3  
 

Brandenburger Tor

In der Hand von Restauratoren und Handwerkern

Das Brandenburger Tor hat im Laufe von mehr als 200 Jahren nicht nur eine wechselvolle Geschichte, sondern auch eine Vielzahl von Eingriffen über sich ergehen lassen müssen. 1788 beauftragte Friedrich II.den Architekten Carl Gotthard Langhans mit dem Bau des Tores,der drei Jahre in Anspruch nahm. Seinen figürlichen Schmuck erhielt es unter Leitung von Johann Gottfried Schadow 1794. Die Reliefs in den Tordurchgängen, der Metopenfries, die Statuen Mars und Minerva sowie die in Kupfer getriebene Quadriga.gaben ihm sein unverwechselbares Gesicht. Auf die Verwendung von Carrara-Marmor war aus Kostengründen verzichtet und stattdessen auf Sandstein aus den Reservoirs vor der Haustür zurückgegriffen worden.. Ein heller Anstrich gaukelte weißen Marmor vor. Doch die Freude daran währte nicht lange. Als er unansehnlich geworden war, erfolgte 1804 erfolgte ein Neuanstrich in einem Ockerton, den die Berlinern Cafe au lait (Milchkaffee) nannten. Seit 1926/27 präsentiert sich das Tor in Sandstein-Natur. Schaden nahm es vor allem in den letzten Tages des zweiten Weltkrieges in der Schlacht um Berlin. Die in der Folge vorgenommenen Sanierungen beschränkten sich infolge des Mangels an Geld und geeigneter Materialien auf sporadische Instandhaltungs- und Verschönerungsmaßnahmen oder standen unter Zeitdruck. Mit dem Bau der Mauer 1961 wurde das Brandenburger Tor zum Symbol der Teilung Deutschlands, mit ihrem Fall 1989/90 zum Wahrzeichen nationaler Einheit.

Mehrheit für Naturfarbigkeit

Angesichts seiner historischen Bedeutung nahm sich die Stiftung Denkmalpflege der Sanierung des Brandenburger Tores an. Da öffentliche Mittel nicht zur Verfügung standen, gewann sie Sponsoren für die Finanzierung des Großvorhabens, das rund fünf Millionen Euro kostet. Namhafte Persönlichkeiten und Unternehmen aus Denkmalpflege, Restaurierung und Baustoffindustrie erklärten sich zur Mitarbeit bereit, so daß die Sanierung des Tores in kompetenten Händen liegt. In den Kreis der Spender reihten sich auch die Deutschen Amphibolin-Werke, Ober-Ramstadt, ein, die nach der Wiedervereinigung mit ihren Investitionen das Überleben namhafter Betriebe der Farb- und Lackindustrie in den neuen Bundesländern gesichert hatten. Generalübernehmer ist die Caro Restaurierung & Technologien GmbH, deren Chef Dr. Michael Pauseback das gemeinsame Ziel auf den Nenner brachte: „Zur Wiedereröffnung am 3.Oktober dieses Jahres präsentiert sich das Brandenburger Tor frisch gereinigt, neu verfugt und verputzt, dazu fachmännisch mit Mörtel plombiert, in den Grundfesten stabilisiert und kosmetisch verschönert.“ Nach einer öffentlichen Abstimmung, bei der vier Modelle in unterschiedlichen Farben zur Wahl standen, bleibt es bei der Naturfarbigkeit des Sandsteins. Doch auch für die Maler gibt es zu tun. Denn das Tor hat mehr zu bieten als Cottaer und Rackwitzer Sandstein.

Entscheidung für Silikatfarbe

Wände und Decken des fünfzügigen Tores summieren sich mit den Außenwänden der beidseitigen Torhäuser zu einer Putzfläche von über 3000 m², die dem Sandstein im Erscheinungsbild nicht nachstehen soll und deshalb eine im Farbton ähnliche Beschichtung erhält. Dafür geeignete Beschichtungssysteme hat der Farb- und Lackspezialist Caparol im Angebot. Er kann sowohl auf ein leistungsfähiges wissenschaftlich-technisches Potential als auch auf eine universelle Produktpalette für die Lösung der anspruchsvollen Aufgabe zurückgreifen.

Auf der Grundlage eines durch eine weitere Expertise gestützten Gutachtens, dem
umfangreiche Untersuchungen zugrundelagen, empfahlen die Anwendungstechniker von Caparol für die Putzflächen den Einsatz der Silikatfarbe Sylitol, die sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Schadstoffen auszeichnet. Ihre Verwendung setzt die Entfernung der vorhandenen alten Farbschichten unterschiedlichen Charakters bis auf einen tragfähigen Untergrund voraus. Als Reinigungsverfahren bot sich die umweltfreundliche Vakuumtechnologie der Fa. Storch an, die eine schonende Behandlung des Untergrundes und eine effektive Entsorgung des Farbschlamms ermöglicht.

Konzept überzeugte Experten

Das Farbgebungskonzept sieht vor, die gereinigten Putzflächen mit wasserverdünntem Sylitol-Konzentrat zu grundieren und einen Zwischenanstrich mit der abgetönten quarzgefüllten Dickschichtfarbe Sylitol-Compact zur Egalisierung unterschiedlicher Putzstrukturen aufzubringen. Die Schlußbeschichtung erfolgt mit Sylitol Fassadenfarbe im gewünschten Farbton, die den Putzflächen ein ausgewogenes, mit dem Sandstein harmonierendes Aussehen gibt. Der Auftrag einer im Ton heller gehaltenen Antiklasur sorgt für Patina, die einem Denkmal gut zu Gesicht steht. Die Decken- und Wandflächen der im Bereich des Architravs liegenden Soldatenräume werden mit Calcimur Kalkschlämme gestrichen.

Das durchdachte Konzept des Farbherstellers überzeugte die Experten. Sie entschieden sich für das Angebot des renommierten Herstellers. Die Deutschen Amphibolin-Werke bekennen sich zum Brandenburger Tor als einem bedeutenden nationalen Denkmal und als Tor der deutschen Einheit, stellen ihre Produkte unentgeltlich zur Verfügung und übernehmen die technische Beratung bzw. Betreuung der Arbeiten. Anwendungstechniker stehen den Malern vor Ort mit Rat und Tat zur Seite, Spezialisten auf Abruf bereit. Indessen ist die Sanierung des Brandenburger Tores in vollem Gange. Zum Nationalfeiertag am 3. Oktober dieses Jahres sollen die Hüllen fallen.