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CAP160192_BRO_Histolith_Renovierung_von_Fachwerkfassaden

5 Einführung Die ältesten Fachwerkhäuser sind in Mitteleuropa bereits vor dem 14. Jahrhundert ent- standen. Es handelte sich zunächst um einfache, eingeschossige Pfostenbauten, aus denen sich dann ab dem ausgehenden Mittelalter mehrgeschossige Stockwerkbauten entwickelten. Zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert bildeten sich dann allmählich drei regional unterschiedliche Fachwerkbauweisen mit charakteristischen Konstruktions- merkmalen und individuell verschiedenen Schmuckelementen heraus: das oberdeutsch- alemannische, das mitteldeutsch-fränkische und das niederdeutsche Fachwerk. In dieser Zeit entstanden auch viele überregional bekannte Schmuckfachwerkbauten wie z. B. die Rathäuser in Esslingen, Michelstadt und Alsfeld. Ab dem 18. Jahrhundert setzte sich in den Städten zunehmend der Massivbau durch. Dies gilt vor allem für große, repräsentative Gebäude. Fachwerkgebäude, die auch aus Kostengründen nach wie vor in großer Zahl entstanden, wurden häufig verputzt oder verkleidet. Auf dem Land dagegen war Fachwerk bis in das späte 19. Jahrhundert die vorherrschende Bauweise. In dieser Zeit wurde schließlich auch der Großteil der ca. 2 Millionen Fachwerkgebäude in Deutschland errichtet. Eine letzte, wenn auch beschei- dene Blüte erlebte das Fachwerk in den 1920er und 1930er Jahren. In Anknüpfung an den Heimatstil der Kaiserzeit entstanden noch einfache Fachwerkwohnhäuser. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Fachwerkbau dann praktisch zum Erliegen. Das Rathaus in Michelstadt von 1484

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