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"Das handwerkliche Können ist die Basis – Erfolg kommt durch das unternehmerische Können!"

Die wichtigsten Fragen für (zukünftige) Betriebsinhaber beantwortet von Thomas Graber, Trainer mit hohem Erfahrungswert – kreativer Handwerker und erfolgreicher Unternehmer.

Dass ein Unternehmer das Gewerk beherrscht, für das sein Unternehmen steht, ist selbstverständlich. Das reicht heute aber nicht mehr. Ein Unternehmer, der seinen Betrieb erfolgreich führt, ist vieles in einem: Personalmanager, Vertriebler, Buchführer, Marketingexperte, aber auch Entwickler, Führer und Visionär – oder er hat Spezialisten für jedes dieser Themen. Entscheidend ist aber, dass es für jede Aufgabe, die in einem Unternehmen anfällt, einen Verantwortlichen gibt. Einen, der sich kümmert, entscheidet und auch mal den Kopf hinhält.

Nur wenn jeder weiß, was seine Aufgabe ist und wie er sie zu erledigen hat, kann er effizient arbeiten. Chaos ist der größte Feind des Erfolges. Struktur ist aber nicht nur für die Eigenorganisation und effizientes Arbeiten wichtig, sondern wird beispielsweise auch von Banken in die Analyse einbezogen. Kurzum: Nur wer „seinen Laden im Griff hat“, kann langfristig Erfolg haben.

Nur wer seine Zahlen kennt, kann richtig kalkulieren. Denn pauschale Aufschläge oder die traditionsreiche „Pi mal Daumen“-Berechnung sind langfristig nicht mehr zielführend. Entscheidend ist, dass alle Kostenstellen jederzeit verfügbar sind und in die Kalkulation einfließen können. Denn das müssen sie auch. Materialkosten sind einfach zu kalkulieren, vielleicht auch die Personalkosten. Aber auch Gebäude, Fuhrpark oder Versicherungen müssen bei jeder Kalkulation berücksichtigt werden.

Kalkulation, Angebot, Auftrag und Ausführung sind wichtige Bausteine. Doch oft wird das Controlling vergessen, also der Blick zurück, ob alles so gelaufen ist, wie geplant. Denn nur wer sich damit beschäftigt, kann für die Zukunft lernen. „Wer Neues macht, macht Fehler. Wer Fehler zweimal macht, ist dumm“, hat Sōichirō Honda, Gründer der gleichnamigen Firma, gesagt. Damit hat er eigentlich den Grundstein zum Controlling gelegt, denn es soll verhindern, dass Fehler noch einmal passieren – und deshalb muss es als fester Prozess in jedes Projekt integriert werden.

Viele Unternehmer, gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen des Handwerks, sind zu sehr Handwerker und zu wenig Unternehmer. Sie arbeiten zu viel selbst aktiv auf der Baustelle mit, statt sich um das Unternehmen, seine Abläufe und seine Entwicklung zu kümmern. Der Handwerker muss sich zum Unternehmer entwickeln, denn Rechnungswesen, Personalentwicklung, Marketing und Vertrieb, um nur ein paar „Baustellen“ zu nennen, sind in der Regel Chefsache. Dafür sollte aber auch genügend Zeit sein. Und die entsteht nur mit der richtigen Struktur.