Verwendungszweck
Capatect Sockel- und Perimeterdämmplatten 113 werden zur Wärmedämmung von erdberührten Wänden bei Beanspruchung durch die Wassereinwirkung W1.1-E und W1.2-E nach DIN 18533-1 sowie als Sockeldämmung (Wassereinwirkung W4-E, Spritzwasserbereich) in den Capatect Fassadensystemen eingesetzt.
Das Gebäude und seine Bauteile, vor denen die Sockel- und Perimeterdämmplatten 113 angeordnet werden sollen, müssen mit einer Bauwerksabdichtung nach DIN 18533-1 vor einer Beanspruchung mit Wasser geschützt sein, oder aufgrund ihrer Bauweise keinerlei zusätzlicher Abdeckung bedürfen.
Im Sockel werden die Sockel- und Perimeterdämmplatten 113 zur Wärmedämmung von erdberührten Wänden oberhalb der Erdanschüttung in den Capatect Fassadensystemen eingesetzt.
Die Anwendung ist beim Anwendungstyp Perimeter bis in Tiefen von 3 m unter der Geländeoberfläche zulässig.
Lotrechte Verkehrslasten von mehr als 5 kN/m2 auf dem angrenzenden Gelände dürfen erst ab einem Mindestabstand von 3 m in das Erdreich eingeleitet werden.
Die Anwendung im Kapillarsaum des Grundwassers (i.d.R. 30 cm über Grundwasser) und im Bereich von drückendem Wasser ist nicht zulässig.
Eigenschaften
- Anwendungstyp: Perimeter 60 - 300 mm
- Anwendungstyp: WAS 60 - 300 mm nach DIN 4108-10
- Anwendungstyp: WAP 20 - 50 mm nach DIN 4108-10
- Güteüberwacht nach DIN EN 13163
- Formstabil und schwundfrei
- Wasserundurchlässig
- Toxikologisch unbedenklich; frei von FCKW, HFCKW, HFKW, HBCD
- Sehr gute Putzhaftung durch beidseitig profilierte Oberfläche
Farbtöne
Grau, Oberfläche geprägtLagerung
Trocken, vor Feuchtigkeit geschützt.Nicht über längere Zeit ungeschützt UV-Einwirkungen aussetzen.
Wärmeleitfähigkeit
λB = 0,032 W/(m·K) Bemessungswert nach DIN 4108-4 (gegen Außenluft/Sockel)
λB = 0,036 W/(m·K) Bemessungswert nach DIN 4108-4 (im Erdreich/Perimeter)
Beim rechnerischen Nachweis des Wärmeschutzes ist als Dämmplattendicke die um 5 mm reduzierte Nenndicke anzusetzen.
Diffusionswiderstandszahl µ (H2O)
µ = 40/100 nach DIN EN 12086
Druckspannung bei 10% Stauchung
σ10 ≥ 150 kPa nach EN 826
Rohdichte
ρ ≤ 30 kg/m³ nach DIN EN 1602
Brandverhalten
Klasse E nach DIN EN 13501-1Baustoffklasse B1 nach DIN 4102-1
Kapillare Wasseraufnahme
≤ 3 Vol. % nach DIN EN 12087 (bei langzeitigem völligen Eintauchen)
Produkt-Nr.
113| Capatect Sockel- und Perimeterdämmplatte 113 | ||
| Format | 1.000 x 500 mm | |
Kanten- | 20 - 200 mm | stumpf |
| > 200 mm | Stufenfalz | |
Untergrundvorbereitung
Alle Untergründe müssen tragfähig, trocken, eben (DIN 18202 bzw. 18203), sauber und frei von haftmindernden Rückständen sein. Voraussetzung für die Verlegung der Sockeldämmung ist die fachgerechte Ausführung der Gebäudeabdichtung nach DIN 18533-1.
Untergründe ggf. entsprechend den Verarbeitungsvorschriften der für das Einsatzgebiet definierten Kleber vorbehandeln.
Verbrauch
1,0 m2/m2Dämmplattenverlegung
Klebeverfahren:
Die Verklebung erfolgt je nach Anwendungssituation mit dem dafür definierten Klebeverfahren und mit dem dafür geeigneten und definierten Klebemörteln.
Verlegung der Dämmplatte am Wandsockel (WAS):
Die Verarbeitung der Dämmplatten im verputzten sichtbaren Sockel- und Spritzwasserbereich (i.d.R. ca. 30 cm oberhalb bis ca. 20 cm unterhalb der Geländeoberfläche) entspricht im Wesentlichen der Verarbeitungsweise eines WDVS. Der Kleberauftrag erfolgt daher kraftschlüssig mit dem Untergrund (kein Bitumenkleber). Diese Befestigungsart ist auch im erdberührten Bereich bis zu ca. 20 cm unter Geländeoberkante anzuwenden, wenn die Dämmplatten Teil des verputzten Sockeldämmsystems sind.
- Stoß- und Lagerfugen müssen kleberfrei bleiben
- Fugen ≤ 5 mm mit geeignetem schwerentflammbaren Fugenschaum verfüllen
- Fugen und Fehlstellen > 5 mm mit gleichwertigen Dämmstoffstreifen schließen
- Dämmplatten min. 10 cm versetzt im Verband verlegen und dicht stoßen (Kreuzstöße vermeiden)
- Höhenversatz an den Plattenstößen vermeiden
- An den Gebäudeecken Dämmstoffe verzahnen
- Auf flucht- und lotrechte Verarbeitung achten
- Unebenheiten beischleifen und Schleifstaub entfernen
- Beschädigte Dämmplatten dürfen nicht eingebaut werden
Wulst-Punkt-Methode:
Auftragen einer umlaufenden Wulst am Plattenrand und Klebepunkten in der Mitte.
- Putzsysteme - Klebekontaktfläche ≥ 40 %
Vollflächige Verklebung:
Bei ebenen Untergründen kann der Kleber mittels einer Zahnspachtel/Zahntraufel vollflächig aufgebracht werden. Die Dämmplatten sind unverzüglich mit der Seite, auf die der Klebemörtel aufgetragen wurde, am Untergrund anzudrücken, einzuschwimmen und anzupressen.
Unterer Abschluss:
Können Sockel- oder Perimeterdämmplatten am unteren Abschluss nicht stumpf auf anschließende Bauteile oder Dämmstoffe aufgestellt werden, ist eine Abschrägung der Plattenkante um 45° auszuführen.
Feuchteschutz im Anschlussbereich zur Bauwerksabdichtung:
Unter die Geländekante einbindender Dämmstoff nach Anwendungstyp WAS, ist im Anschluss zur Bauwerksabdichtung oder im Übergang zu einer vorhandenen Perimeterdämmung mit einem zusätzlichen Feuchteschutz zu versehen.
Feuchteschutz der Putzbeschichtung:
Der bis an das Erdreich herangeführte oder in das Erdreich einbindende Putz ist mit einem im Systemaufbau zulässigen Feuchteschutzanstrich bis ca. 5 cm über Geländeoberkante zu beschichten.
Verklebung der Dämmplatte tiefer 20 cm unterhalb der GOK:
Bei der Anwendung als Perimeterdämmplatte (kein WDVS- oder Putzaufbau, tiefer als 20 cm unterhalb der Geländeoberfläche ) ist die Dämmplatte ausschließlich gegen Verschieben oder Verrutschen zu sichern. Ein punktförmiger Kleberauftrag zur Lagesicherung ist in diesem Bereich zulässig. (mindestens 6 Batzen pro Platte). Auf bituminösen Bauwerksabdichtungen sind im unbeschichteten Perimeterbereich weiche Verklebungen ohne Lasteintrag in die Abdichtung, z.B. Capatect Klebe- und Dichtungsmasse 114, zu verwenden.
Zur Vermeidung von Plattenabzeichnungen durch Ebenheitsunterschiede sind hohe Kleberschichtdicken beim Einsatz von Bitumenklebern z. B Capatect Klebe- und Dichtungsmasse 114 grundsätzlich zu vermeiden oder entsprechende Trocknungszeiten einzuplanen.
Perimeterdämmplatten oberhalb von XPS-Perimeterdämmplatten:
Werden die Perimeterdämmplatten im erdberührten Bereich oberhalb von XPS-Perimeterdämmplatten eingebaut, ist auf die obere horizontale Schnittfläche der XPS-Perimeterdämmplatten eine Spachtellage mit Capatect SockelFlex oder Capatect SockelFlex Carbon herzustellen, auf der die EPS-Perimeterdämmplatte aufgestellt wird
Hinweis
Dämmplatten schützen/abschatten:
Verlegte Dämmplatten durch geeignete Schutz- bzw. Verschattungsmaßnahmen vor Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung schützen. Dämmplatten nicht länger als nötig ohne armierten Unterputz stehen lassen oder einem geeignetem eingebrachten Verfüllboden abdecken.
Beachtung beim Verfüllen der Baugrube:
Kann beim Verfüllen der Baugrube eine Beschädigung der Perimeterdämmplatten nicht ausgeschlossen werden, ist vor dem Verfüllen eine Schutzschicht anzuordnen.
Sicherstellen:
Durch geeignete Maßnahmen ist sicherzustellen, dass die Dämmschicht nicht von Wasser (z. B. auf der Geländeoberfläche fließenden oder von der Fassadenfläche abfließendem Niederschlagswasser) hinterlaufen werden kann.
Dränung nach DIN 4095:
Bei anstehenden bindigen oder geschichteten Böden, bei denen Stau- oder Schichtenwasser auftreten kann, ist zur Sicherstellung der Anwendungssituation eine Dränung nach DIN 4095 vorzusehen.
Sockelrücksprung:
Eine klare Trennung zwischen Sockel- und Fassadendämmung durch einen Sockelrücksprung ist zu Anwendung bestgeeigneter Materialkombinationen empfehlenswert und lässt unabhängige Renovierungsintervalle der Fassadenfläche zu. Die Sockelplatte kann auch bündig mit der Fassadendämmung verlegt werden.
Beratunng:
In abweichenden Anwendungsfällen bitte Beratung anfordern!
Entsorgung
Abfälle sind durch sorgsamen Zuschnitt und Weiterverwendung zu vermeiden. Dennoch anfallendegeringe Materialreste nach EAK 170604 entsorgen.
Technischer Beratungsservice
Tel.: +49 6154 71-71710Fax: +49 6154 71-71711
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