Verwendungszweck
Mineralischer, strukturierbarer Oberputz nach DIN EN 998-1 in den Capatect Fassadensystemen,sowie auf tragfähigen mineralischen Wand- und Deckenflächen im Innen- und Außenbereich.
Eigenschaften
- Hoch wasserdampfdurchlässig
- Wasserabweisend
- Spannungsarm
- Abgestufte licht- und wetterbeständige Pigment-Füllstoff-Granulat-Kombination und hochwertige mineralische Leichtzuschlagstoffe nach DIN 4226
- Vergütungszusätze zur Hydrophobierung und guten Haftung
Verpackung/Gebindegrößen
Sack 25 kgBigBag
Silo
Farbtöne
Naturweiß
Werkseitige Einfärbung ab 25 kg (Körnungen K10, K50, R20, R30 ab 200 kg)
Vor der Verarbeitung das Material auf Farbtongenauigkeit und Beschaffenheit überprüfen. Beanstandungen zu Abweichungen vom Liefersoll können nach der Verarbeitung nicht mehr anerkannt werden. Auf den "Leitfaden zu Prüfpflichten bei Anlieferung von Tönware im Rahmen der Untersuchungs- und Rügepflicht (§ 377 HGB)" des VDPM wird verwiesen.
Auf zusammenhängenden Flächen nur Material mit gleicher Charge verarbeiten oder Material unterschiedlicher Chargen vorher untereinander mischen.
Lagerung
Trocken, vor Feuchtigkeit geschützt.
In original verschlossener Verpackung mindestens 12 Monate haltbar.
Technische Daten
Normalputzmörtel (GP) nach DIN EN 998-1Dichte
ρ ≈ 1,6 g/cm³Wärmeleitfähigkeit
λ10 dry,mat ≤ 0,72 W/(mK) für P=50 % nach DIN EN 1745λ10 dry,mat ≤ 0,78 W/(mK) für P=90% nach DIN EN 1745
Diffusionswiderstandszahl µ (H2O)
μ ≤ 25 nach DIN EN 1015-19Druckfestigkeit
Kategorie CS II nach DIN EN 998-1
1,5 N/mm2 - 5,0 N/mm2 nach DIN EN 1015-11
Haftzugfestigkeit
fHZ ≥ 0,08 N/mm2 nach DIN EN 1015-12
Bruchbild A, B oder C
Brandverhalten
Klasse A2-s1, d0 nach DIN EN 13501-1 (nichtbrennbar)Konsistenz
PulverförmigBindemittelbasis
Mineralische Bindemittel nach DIN EN 197-1 und DIN EN 459-1
Kapillare Wasseraufnahme
Kategorie WC2 nach DIN EN 998-1
C ≤ 0,20 kg/(m2·min0,5) nach DIN EN 1015-18
Produkt-Nr.
| Produkt | Struktur | Körnung (mm) | ca. Verbrauch (kg/m2) | Wasserzugabe pro Sack (25 kg) |
| Capatect Mineralputz K10 | Kratzputz-Struktur | 1,0 | 2,0 | 6,5 l |
| Capatect Mineralputz K20 | Kratzputz-Struktur | 2,0 | 2,9 | 6,0 l |
| Capatect Mineralputz K30 | Kratzputz-Struktur | 3,0 | 3,4 | 6,5 l |
| Capatect Mineralputz K50 | Kratzputz-Struktur | 5,0 | 4,8 | 5,7 l |
| Capatect Mineralputz R20 | Reibeputz-Struktur | 2,0 | 2,5 | 6,0 l |
| Capatect Mineralputz R30 | Reibeputz-Struktur | 3,0 | 3,4 | 5,8 l |
Bei den Verbrauchsangaben handelt es sich um Richtwerte ohne Schütt- und Schwundverlust. Objektabhängige oder verarbeitungsbedingte Abweichungen sind zu berücksichtigen.
Hinweis
Angegebene Festwerte stellen Durchschnittswerte dar, die, bedingt durch den Einsatz natürlicher Rohstoffe, von Lieferung zu Lieferung geringfügig abweichen können.
Zu beachten sind die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung / allgemeine Bauartengenehmigung der zugrundeliegenden WDV-Systeme bzw. VHF und die Technischen Informationen der Produkte.
Die Angaben beziehen sich auf Weißware bzw. Standardware. Durch eine Abtönung sind Abweichungen möglich.
Geeignete Untergründe
- Mineralisch gebundene Unterputze und Spachtelmassen ab CS II nach DIN EN 998-1 (Druckfestigkeit min. 1,5 N/mm2) bzw. ab PIc nach DIN 18550
- Mineralisch gebundene Untergründe in WDVS gemäß den Zulassungen
- Einsetzbar in WDVS und VHF, im Massivbau und in der Sanierung
- Anwendung möglich im Außen- und Innenbereich
Der Untergrund muss tragfähig, eben, sauber, trocken, frostfrei und frei von haftmindernden Substanzen sein. Um farbtoneinheitliche Beschichtungen zu erzielen, den Untergrund gleichmäßig saugend einstellen.
VOB, Teil C, DIN 18350 und 18345, Abs. 3 beachten. Die Untergrundprüfung erfolgt in Anlehnung an die BFS-Fachregeln Nr. 20 und 20.1.
Untergrundvorbereitung
Auf die Technische Information Nr. 650 von Caparol "Untergründe und deren Vorbehandlung" wird verwiesen.
Die nachfolgenden Angaben sind beispielhaft und nicht abschließend. Die Putzarbeiten erfolgen nach ggf. erforderlicher Untergrundvorbereitung.
Schutzmaßnahmen:
Fensterbänke und Anbauteile abkleben. Im Außenbereich nur UV-beständige Klebebänder verwenden.
Glas, Keramik, Klinker, Naturstein, lackierte, lasierte, eloxierte und zu schützende Flächen sorgfältig abdecken.
Reinigen/grundieren der Untergründe:
Verschmutzte Bereiche reinigen, nicht tragfähige Schichten mit geeigneter Methode entfernen.
Gegebenenfalls kann die Tragfähigkeit vom Untergrund durch den Einsatz geeigneter Grundierungen (verfestigend, saugfähigkeitsregulierend, haftvermittelnd) sichergestellt werden.
Dünnlagige Oberputze mit Korngrößen < 3 mm erfordern ggf. besondere Maßnahmen im Untergrund, z.B. eine Grundierung, Ausgleichsspachtelung.
Vor Auftrag des Oberputzes wird als Haftvermittlung, zur Offenzeitverlängerung und zur besseren Verarbeitung des Oberputzes, besonders bei frischen mineralischen Unterputzen, eine Grundierung mit PutzGrund 610 empfohlen, möglichst im Farbton der Schlussbeschichtung getönt.
Die Wartezeit zur Überarbeitung eines neuen Unterputzes ist u.a. abhängig von den Witterungsbedingungen und der Schichtdicke. Die Angaben beziehen sich auf 20 °C und 65 % relative Luftfeuchte und dienen als Orientierung. Bei niedrigen Temperaturen und hohen Luftfeuchten verlängert sich die Zeit.
- Wartezeit mineralische / silikatische Oberputze auf neuen mineralischen Unterputzen: min. 2 Tage. Bei Unterputz-Schichtdicken > 5 mm und auf neuen mineralischen Leicht-Unterputzen im monolithischen Bauen: min. 1 Tag pro mm Schichtdicke.
Materialzubereitung
Das Material kann mit einem kräftigen, langsam laufenden Rührwerk oder Zwangsmischer und sauberem, kaltem Wasser zu einer klumpenfreien Masse angeteigt werden.
Nach ca. 3-5 Minuten nochmals durcharbeiten. Falls erforderlich, ist die Konsistenz nach dieser Reifezeit mit etwas Wasser nachzustellen.
Witterungsabhängig beträgt die Verarbeitungszeit bis zu 1,5 Stunden (Topfzeit).
Bereits angesteiftes Material keinesfalls mit Wasser wieder gangbar machen.
Auftragsverfahren
Den Oberputz mit einer rostfreien Kelle oder maschinell vollflächig auftragen und auf Kornstärke abziehen. Unmittelbar danach mit einer Kunststofftraufel bzw. mit einem Kunststoff-Reibebrett gleichmäßig rund kreisend abscheiben.
Reibeputz wahlweise waagrecht, senkrecht oder rund strukturieren.
Die Wahl des Werkzeuges beeinflusst das Rauhigkeitsprofil der Oberfläche, deshalb stets mit gleichen Strukturscheiben arbeiten.
Zusammenhängende Flächen zur Vermeidung von Ansätzen in der Strukturschicht ohne Unterbrechung fertigstellen. Große Flächen in Abschnitte gliedern, nass in nass kontinuierlich auftragen und strukturieren.
Verarbeitungsbedingungen
Während der Verarbeitung- und in der Trocknungsphase dürfen die Umgebungs- und
Untergrundtemperaturen nicht unter +5°C und über +30°C liegen. Nicht unter direkter
Sonneneinwirkung, bei starkem Wind, Nebel oder hoher Luftfeuchtigkeit verarbeiten.
Auf das Merkblatt "Verputzen, Wärmedämmen, Spachteln, Beschichten bei hohen und niedrigen Temperaturen" vom Bundesverband Ausbau und Fassade wird verwiesen.
Bei ungünstigen Witterungsbedingungen sind geeignete Maßnahmen zum Schutz der bearbeiteten Fassadenflächen zu treffen.
Trocknung/Trockenzeit
Die Wartezeit zur Überarbeitung ist u.a. abhängig von Witterungseinflüssen und der Schichtdicke. Bei niedrigen Temperaturen und hohen Luftfeuchten verlängert sie sich. Die Angaben beziehen sich auf 20 °C und 65 % rel. Luftfeuchtigkeit und dienen als Orientierung.
Grundbeschichtungen müssen vor der weiteren Überarbeitung trocken, Putz muss ausreichend abgebunden sein.
Neue mineralische Putze:
- Richtwert: Wartezeit min. 1 Tag pro mm Gesamtschichtdicke aus Unter- und Oberputz, jedoch min. 14 Tage. Längere Wartezeiten reduzieren das Risiko von Kalkausblühungen.
- Durch eine Grundbeschichtung mit CapaGrund Universal vermindert sich das Risiko von Kalkausblühungen bei mineralischen Oberputzen, so dass bereits nach einer Standzeit von min. 7 Tagen beschichtet werden kann. Alternativ können mineralische Putze mit Sylitol Finish 130 (-W) beschichtet werden.
- Besonders getönte Farbgebungen erfordern ggf. Maßnahmen (z.B. längere Standzeiten vom Putz-Untergrund, eine Grundierung mit CapaGrund Universal, Witterungsschutz).
Werkzeugreinigung
Sofort nach Gebrauch mit Wasser unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften.Beispiel für Maschinenausrüstung
| Kenndaten | |
| Durchlaufmischer | ++ |
| Durchlaufmischer + Förderpumpe | ++ |
| Förderpumpe | -- |
| Mischpumpe | + |
| Trockenförderanlage | - |
| Schlauchdurchmesser Anfang innen Schlauchdurchmesser Ende innen | 35 mm 25 mm |
| Förderweite max. Förderhöhe max. | 50 m 20 m |
| Spritzgerät Düsendurchmesser | 8-16 mm |
Förderschläuche vor dem regulären Betrieb mit Kalkschlämme oder Kleister vorspülen.
Bei Arbeitsunterbrechungen den Förderschlauch nicht in direkter Sonneneinstrahlung stehen lassen, Materialbehälter z. B. mit Folie abdecken und Pistole und Düse unter Wasser aufbewahren. Standzeit max. 30 min. bis zum Weiterverarbeiten, da sonst das Material im Schlauch erhärten kann.
Vor einer Arbeitspause ist der Materialbehälter in der Förderpumpe beim "offenen System" (Durchlaufmischer + Förderpumpe) weitestgehend leer zu fahren, um einer Material-Tunnelbildung beim Wiederanfahren vorzubeugen. Wird dies nicht beachtet, muss das Material ggf. vor dem Anfahren der Maschine (bei ausgeschalteter Maschine) "gangbar" gemacht werden.
Die Vorgaben der Maschinenhersteller sind zu beachten.
Eine Beratung zum Einsatz von Silo- und Maschinentechnik wird empfohlen. Auf das Caparol "Handbuch der Spritztechnologie" wird verwiesen.
Hinweis
Aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften sind bei eingefärbten mineralischen und silikatischen Putzen geringe Abweichungen im Farbton und Fleckenbildung nicht immer zu vermeiden. Dies stellt keinen technisch-funktionellen Mangel dar und kann nicht beanstandet werden.
Um Farbungleichmäßigkeiten zu vermeiden, den Putz nach Durchtrocknung mit einer geeigneten Fassadenfarbe oder min. mit einem Egalisationsanstrich (z.B. Sylitol Finish 130) beschichten.
Bei Fassadenflächen, die unter speziellen Objektbedingungen oder durch natürliche Witterungseinflüsse stärker als üblich feuchtebelastet werden, besteht ein erhöhtes Risiko der Pilz- und Algenbildung. Das Produkt ist alkalisch und besitzt somit einen natürlichen, jedoch zeitlich begrenzten Schutz gegen mikrobiologischen Befall. Durch Auftrag einer mit Filmschutz ausgerüsteten Fassadenfarbe lässt sich das Risiko eines Befalls durch Mikroorganismen deutlich verringern. Ein dauerhaftes Verhindern von Pilz- und Algenbewuchs kann nicht zugesichert werden.
Hellbezugswerte (HBW): Dunkle Farbgebungen mit niedrigen HBW können besondere Maßnahmen erfordern. Anwendungsgrenzen im jeweiligen System, z.B. in WDVS oder von Steinherstellern, beachten. Bei HBW zwischen 10 und 20 muss der Putz in WDVS mit EPS oder Mineralwolle nach Durchtrocknung je nach Anforderung mit einer solar-reflektierenden Fassadenfarbe mit TSR-Wert ≥ 25 in mindestens zwei Lagen beschichtet werden (Caparol CoolProtect).
Ausbesserungen in der Fläche können sich, selbst bei Verwendung des originalen Beschichtungsmaterials, mehr oder weniger stark abzeichnen. Abzeichnungen sind gemäß BFS-Fachregel Nr. 25 unvermeidbar. Ob eine Ausbesserung als optisch störend empfunden wird, hängt von vielen Faktoren ab, z.B. Farbton, Glanzgrad, Schichtdicke, Untergrund, Beleuchtung.
Horizontale Flächen konstruktiv schützen (z.B. durch Verblechung).
Gefahrenhinweise/Sicherheitsratschläge (Stand bei Drucklegung)
Gefahr
Verursacht Hautreizungen. Verursacht schwere Augenschäden. Nach Gebrauch Haut gründlich waschen. Schutzhandschuhe/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen. BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT: Mit viel Wasser waschen. BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/ Arzt anrufen. Bei Hautreizung: Ärztlichen Rat einholen/ ärztliche Hilfe hinzuziehen. Kontaminierte Kleidung ausziehen und vor erneutem Tragen waschen.
Enthält: Weißzement, Portland-, Chemikalien, Calciumdihydroxid. Für gewerbliche/industrielle Anwendungen. Wäßrige Zementaufschlämmungen wirken alkalisch.
Entsorgung: Inhalt und Behälter in Übereinstimmung mit den lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Vorschriften der Entsorgung zuführen. Darf nicht in die Kanalisation/Umwelt gelangen.
GISCODE: ZP1.
VOC-Gehalt nach RL 2004/42/EG: Dieses Produkt enthält max. 1 g/l VOC.
Deklaration der Inhaltsstoffe nach VdLRichtlinie 01: Zement, Calciumhydroxid, Polyvinylacetatharz, Calciumcarbonat, Silikate, mineralische Pigmente / Füllstoffe, Additive.
Zulassung
| Z-33.41-130 Z-33.41-1706 Z-33.42-1739 Z-33.43-132 Z-33.43-1707 Z-33.44-133 Z-33.47-859 Z-33.49-1071 | ETA-08/0304 ETA-10/0436 ETA-12/0383 |
Technische Beratung
Alle in der Praxis vorkommenden Untergründe und deren technische Bearbeitung können in dieser Druckschrift nicht abgehandelt werden. Sollen Untergründe bearbeitet werden, die in dieser Technischen Information nicht aufgeführt sind, ist es erforderlich, mit uns oder unseren Außendienstmitarbeitern Rücksprache zu halten. Wir sind gerne bereit, Sie detailliert und objektbezogen zu beraten.Technischer Beratungsservice
Tel.: +49 6154 71-71710Fax: +49 6154 71-71711
E-Mail: kundenservicecenter@caparol.de
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